Gesundheit und Pflege

Häusliche Pflege wertschätzen - mehr Mitsprache für Angehörige!

Ausschuss für Gesundheit und Pflege: Anhörung zum Thema "Häusliche Pflege" auf Antrag der Grünen. Wie können Menschen besser unterstützt werden, die Angehörige pflegen und gleichzeitig ihrer Erwerbsarbeit nachgehen? Mit vielen ExpertInnen und pflegenden Angehörigen haben wir überlegt, wie wir diese Probleme und die zahlreichen Hürden überwinden könnten.

Der pflegepolitische Sprecher Ulli Leiner, MdL stellt fest: „Wir brauchen wohnortnahe und flächendeckende Beratung in der Form von kommunalen Pflegestützpunkten, bessere Entlastungsangebote und vor allem bessere Wertschätzung der pflegenden Angehörigen.“
70 Prozent der Pflegenden in Bayern sind weiblich und der Bedarf an häuslicher Pflege wird weiter steigen, weil die chronischen Erkrankungen zunehmen. Leiner betonte: „Um die Versorgung zu Hause statt im Pflegeheim zu gewährleisten, brauchen wir daher einen Mix aus professioneller Unterstützung und häuslicher Pflege, aber auch eine Vernetzung der häuslichen Pflege mit teilstationärem Bereich, mit den Angeboten an eine Tages- und Nachtpflege.“

90 Prozent der Pflegenden sind Angehörige, der Rest Freunde oder Nachbarn. Diese Grundlage wird viel zu oft als selbstverständlich hingenommen. Leiner unterstrich: „Pflegende Angehörige sind die größte Gruppe im Pflegebereich, ohne die unser Pflegesystem zusammenbrechen würde. Wir dürfen diese Gruppe nicht komplett überfordern. Die Entlastungsangebote spielen eine zentrale Rolle für häusliche Pflege.“

Pflegestützpunkte für Bayern!

Auch das starke Stadt-Land-Gefälle bei der Versorgung haben wir mit ExpertInnen diskutiert. Aktuell stehen den 75.000 bayerischen Pflegebedürftigen sechs Pflegedienste pro Landkreis zur Verfügung. „Das ist aber nur die Theorie“, bemängelte Leiner. Vor allem auf dem flachen Land wird zu wenig ambulant gepflegt, erläuterten ExpertInnen und nannten die hohen Kosten durch die langen Anfahrtswege als Grund.


Die finanziellen Belastungen sind trotz vieler Verbesserungen immer noch enorm. Die einzige Alternative zur persönlichen Pflege bleibt zu oft, neben dem Heim, nur der „graue Markt“. Darüber hinaus ist Deutschland weit weg von einer professionellen Pflegeinfrastruktur, erläuterten ExpertInnen.
„Wir müssen Ehrenamtliche fachkundig begleiten und unterstützen“, erklärte Leiner. Seit Jahren setzen wir uns für die Einrichtung der Pflegestützpunkte in Bayern ein. „In dieser Anhörung zeigte sich, dass wir mit unserer Forderung richtig liegen.  Wir brauchen wohnortnahe flächendeckende Beratungsangebote auf kommunale Ebene. In diesen sollten auch erfahrene pflegende Angehörige eingebunden werden, “ betonte Leiner.

Die Leistung, die pflegende Angehörige täglich bringen, ist leider von der Gesellschaft immer noch wenig geschätzt. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass diese engagierten Menschen endlich eine starke Stimme bekommen, dass deren Wertschätzung steigt und dass sie Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen erhalten. „Ein wichtiges Zeichen haben wir auch mit dieser Anhörung gesetzt“, so Leiner.