Gesundheit und Pflege

Wir müssen gesundheitliche Chancengleichheit für alle Menschen in allen bayerischen Regionen und in allen Lebenslagen schaffen. Dazu gehören Prävention, Gesundheitsförderung und beste Voraussetzung für eine gute Pflege.

Gesundheit ist ein kostbares Gut: der Spruch "Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts" hat seine Aktualität behalten. Um eine hochwertige Gesundheitsversorgung für alle bayerischen Bürger*innen zu gewährleisten und dem sozialen Gefälle im Gesundeheitswesen entgegen zu wirken, braucht es kluge Weichenstellungen. Dank medizinischer Fortschritte und einer gesünderen Lebensführung ist unsere Lebenserwartung deutlich gestiegen. Das bietet heute vielen Menschen die Möglichkeit, das Leben bis ins hohe Alter aktiv zu gestalten. Auch Menschen mit körperlichen, seelischen oder geistiger Einschränkungen genießen eine hohe Lebensqualität und fühlen sich in ihrem Umfeld gut eingebunden.

Gleichzeitig stehen wir vor vielen Herausforderungen: Einerseits die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen, chronischer Erkrankungen und Multimorbidität, andererseits neue Möglichkeiten der Behandlung, die rasante Entwicklung in der Digitalisierung und Medizintechnik sowie der Einsatz von Assistenzsystemen in der pflegerischen Versorgung. All das nimmt großen Einfluss auf den Versorgungsprozess. 

Pflegekräfte in Krankenhäusern und in der Altenpflege brauchen bessere Bedingungen, der Fachkräftemangel muss bekämpft werden und eine bedarfsgerechte Krankenhausplanung vorgelegt werden. 

Wir sehen Verbesserungsbedarf vor allem in drei Punkten: 

  1. Unser Gesundheitswesen benötigt eine stabilere und gerechtere finanzielle Basis, damit auch in der Zukunft alle Menschen gut versorgt werden. 
  2. Kommunen und Regionen sollten eine stärkere Rolle bei der Planung, Steuerung und Gestaltung der gesundheitlichen Versorgung ermöglicht werden und Anreize für sektorübergreifende Versorgungsmodelle geschaffen werden.
  3. Die Versorgung muss stärker sektorenübergreifend bzw. „sektorenverbindend“ organisiert werden.

Die Krankenhausplanung muss dabei nach Erreichbarkeits-, Ausstattungs- und Qualitätskriterien reformiert werden.
Es geht auch darum, im ländlichen Raum für die Versorgung nötige Standorte zu erhalten, aber den Fokus auf die qualifizierte Versorgung zu legen und Modernisierung veralteter Strukturen voranzutreiben.

  • Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht länger auf die lange Bank schieben
  • Verlässliche und ausreichende Versorgung mit Haus-, Kinder- und Fachärzt*innen auch auf dem Land
  • Nichtärztlichen Gesundheitsberufen mehr Kompetenzen geben
  • Zuverlässige Unterstützung und Beratung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen
  • Das Berufsbild der Pflege neu denken

Und Pflege braucht Grundlagenforschung: der Akademisierungsgrad der professionellen Pflege muss von derzeit 0,5% auf 10% steigen, damit wir den internationalen Anschluss nicht verlieren. 

Wir Grüne schaffen Perspektiven für die Menschen, die sich für den Beruf Pflege entscheiden. Wir wollen mehr Kompetenzen für Pflegekräfte und echte Aufstiegs- und Karrierechancen. Die Ausbildungsreform der Pflegeberufe - die Generalistik ab 2020 - ist teilweise zu unspezifisch, legt aber auch Schwerpunkte auf Vorbehaltsaufgaben für die Pflege und auch die primärqualifizierende Ausbildung an Hochschulen ist erstmalig gesetzlich geregelt. Wir werden weiterhin kritisch die Reformumsetzung beobachten, insbesondere wie sich die Ausbildungszahlen entwickeln und ob es zu Verschiebungen in der Schwerpunktsetzung während der Ausbildung kommt. Denn das Ergebnis sollte nicht sein, dass die Altenpflege weniger, sondern mehr Beachtung findet.

  • Psychische Erkrankungen aus der Tabuzone holen
  • Solidaritätsgedanken stärken
    Nicht zuletzt – unser Gesundheitswesen braucht eine stabile Basis – deshalb stehen wir für eine schrittweise Einführung der Bürgerversicherung, die Gerechtigkeit, Stabilität, Wahlfreiheit und Wettbewerb aller gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen bietet.