Gesundheit

Ausgenutzt von der Familie Haderthauer

Die erste Sitzung des UA "Modellbau" nach der Sommerpause startete mit einem informatorischen, nicht öffentlichen Gespräch mit dem noch amtierenden Generalstaatsanwalt aus München, Dr. Peter Frank. Er gab dem Untersuchungsausschuss Auskunft über den Stand der Ermittlungen wegen Betruges und Steuerhinterziehung gegen das Ehepaar Haderthauer.

Diese stehen kurz vor ihrem Abschluss, spätestens Ende Oktober bzw. mit Beginn der bayerischen Herbstferien wird die Staatsanwaltschaft München II eine Abschlussverfügung vorlegen. Dann wird auch der Untersuchungsausschuss Einsicht in die wichtigen Ermittlungsakten bekommen. Über den Ausgang der Verfahren wollte und konnte Dr. Peter Frank selbstverständlich nichts sagen. Ulrike Gote, rechtspolitische Sprecherin und Mitglied der Landtagsgrünen im Untersuchungsausschuss: "Es bleibt also spannend."

Als Zeuge wurde Werner Siedenburg vernommen, ein pensionierter Kriminalhauptkommissar aus Mittelfranken. Er war der Ermittler, der den psychisch kranken Roland St. schließlich der drei Morde an jungen Männern überführte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine enge Freundschaft zwischen den beiden.

Geschäftsinteressen im Vordergrund

Zu der Modellbautherapie und den geschäftlichen Ausgestaltungen, konnte Siedenburg wenig sagen. Allerdings ergab sich für den Ex- Polizisten schon sehr früh der Verdacht, dass der Modellbauer Roland St. von Hubert Haderthauer ausgenutzt wurde. Er empfand es als ungerecht, dass zwar die gesamte Modellbautherapie von Roland St. und seinen Fähigkeiten abhing, er aber genauso viel Lohn bekam, wie alle anderen, die dort beschäftigt waren. Zudem hatte Siedenburg auch schon früh mitbekommen, beispielsweise bei Modellbaumessen, wie wertvoll die Modellautos waren. Ulrike Gote zieht daraus folgenden Schluss: "Auch für Außenstehende wie den ehemaligen Polizisten war von Anfang an zu erkennen, dass hier jemand über den Tisch gezogen wird und dass Herr St. von der Familie Haderthauer ausgenutzt wurde."
Die Rolle der ehemaligen Ministerin
Christine Haderthauer begegnete Werner Siedenburg nur ein einziges Mal, bei einem Essen in Ingolstadt. Nach eigenen Angaben, wusste er nichts von der Rolle, die sie in der SAPOR Modelltechnik GbR spielte, da er sich für die geschäftlichen Angelegenheiten rund um den Modellbau nicht interessierte. Die Aussage der CSU- Fraktion, Christine Haderthauer wäre durch die Zeugenaussage von Werner Siedenburg entlastet worden, war wohl etwas voreilig, stellt Ulrike Gote fest