Gesundheit

Patienten schützen, Krankenhausfinanzierung reformieren!

Ulrich Leiner fordert strukturierte und transparente Landesversorgungsplanung. Das Ergebnis der wissenschaftlichen Umfrage der Uni Essen, nach der viele unnötige Operationen in deutschen Krankenhäusern durchgeführt werden, damit die Kliniken mehr Geld verdienen, ist ein Aufruf zum Handeln. "Es ist ganz einfach: Wenn man kein Geld hat, versucht man es durch unnötige und bestenfalls teure Operationen wieder reinzuholen", erklärt unser gesundheitspolitischer Sprecher. "Im gleichen Maße wird natürlich eingespart, bei der Pflege, der Hygiene und beim Personal."


Die Studie bestätigt, dass viele Krankenhäuser versuchen würden, ihr Angebot in Richtung besonders attraktiver DRGs (Diagnosis Related Groups oder diagnosebezogene Fallgruppen) auszuweiten, ohne die entsprechende Versorgungsqualität zu sichern. "Die Zahl vermeidbarer Infektionen in deutschen Kliniken wird auf 600.000 pro Jahr geschätzt", so Ulrich Leiner. "Die Rationierung und Absenkung der medizinischen Leistungsstandards muss dringend gestoppt werden."

Trotz dieser erschreckenden Ergebnisse, die auf den steigenden Kostendruck zurückzuführen seien, schreibe fast die Hälfte der bayerischen Kliniken rote Zahlen. "Unser Krankenhaussystem ist zum Notfall geworden und jetzt muss gehandelt werden." Wir fordern, die Pflege- und die Hygienemaßnahmen angemessen in den DRGs abzubilden. "Das Vergütungssystem muss dringend weiterentwickelt und mit neuen Instrumenten der Krankenhausplanung und Qualitätssicherung flankiert werden." Dreh- und Angelpunkt für ein Umsteuern in der Krankenhauspolitik sei jedoch eine strukturierte und transparente Landesversorgungsplanung. Ulrich Leiner: "Die bedarfsgerechte Patientenversorgung muss wieder in Mittelpunkt stehen."

lmo