Sozialpolitik

Entschädigung für ehemalige Heimkinder: Endlich auch Betroffene aus Behindertenhilfe und Psychiatrie berücksichtigen!

Wir begrüßen, dass sich Bayern an der nötigen Aufstockung der Mittel des Fonds ‚Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975‘ beteiligt. "Aber jetzt ist es auch an der Zeit,  dass Kinder und Jugendliche, denen in Behindertenheimen oder Einrichtungen der Psychiatrie schweres Leid geschehen ist, und die bisher leer ausgehen, ebenfalls finanzielle Unterstützung erhalten", erklärt unsere sozialpolitische Sprecherin Kerstin Celina.

"Die Betroffenen, die oft unermessliches Leid und Unrecht erfahren haben, warten seit Jahren auf ein entsprechendes Signal."

In einem offenen Brief fordern zahlreiche sozial- und behindertenpolitischen SprecherInnen grüner Landtagsfraktionen die heute in Erfurt tagende Konferenz der Arbeits- und SozialministerInnen der Länder (ASMK) auf, dass sich die Bundesländer, neben Bund und Kirchen, finanziell an einem Hilfesystem beteiligen. Dem Vorschlag zur Errichtung einer Stiftung ‚Anerkennung und Hilfe‘ müsse von allen Ländern zugestimmt werden.

Auf Initiative der Landtags-Grünen hat der Landtag bereits eine interfraktionelle Resolution zu diesem Thema beschlossen. Am Donnerstag, 26. November 2015, wird deshalb auch im Sozialausschuss ein Fachgespräch zu einem Hilfesystem für erlittenes Leid in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie stattfinden. Hierzu werden hochrangige ExpertInnen aus der Wissenschaft, den Behindertenverbänden, der Freien Wohlfahrtspflege und den Selbsthilfeverbänden psychisch kranker Menschen Stellung nehmen. Kerstin Celina: „Schön wäre es, wenn bis dahin schon Hilfe für die Betroffenen in Sicht wäre.“

lmo