Gleichstellung und Queer

Eklatante Versorgungslücken bei Frauenhäusern und Notrufen

München (15.12.2016/lmo). „Der Haushalt des Sozialministeriums bewegt sich weiterhin auf Rekordniveau und das ist gut so. Aber die Sozialministerin schafft es nicht, chronisch unterfinanzierte Bereiche mit Mitteln zu versehen und die üppigen Mittel effektiv zu verteilen“, erklärt die frauenpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Verena Osgyan. „In besonders dramatischer Weise trifft das auf die  bayerischen Frauenhäuser und Notrufe für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder zu.“


Eine Studie der Uni Erlangen-Nürnberg im Auftrag des bayerischen Sozialministeriums habe eklatante Versorgungslücken offenbart. So mussten allein im Jahr 2014 2.845 Frauen und Kinder aus Platzgründen von den Frauenhäusern abgewiesen werden. Auch die Beratungskapazitäten der Notrufe sind absolut unzureichend. „Hier herrscht offensichtlich ein echter Notstand“, so Verena Osgyan. „Trotzdem vertröstet die CSU-Regierung die Träger – die betroffenen Frauen in Notlagen können aber nicht warten.“
 
Die Landtags-Grünen fordern den sofortigen Ausbau der Kapazitäten in den Frauenhäusern und Notrufen um 35 Prozent. Außerdem müssen die Fördersätze angepasst und die Personalstellen in den Frauenhäusern und Notrufen aufgestockt werden, für die mobile ambulante und nachsorgende Arbeit sowie für den weiteren Ausbau der proaktiven Beratung und Intervention. Verena Osgyan: „Die jahrzehntelangen Versäumnisse sind skandalös. Trotz der aufgedeckten Defizite wird die Grundförderung um keinen Cent erhöht.“

Den grünen Antrag finden Sie hier als PDF