Netzpolitik

Wir bilden Bayerns Zukunft: Neue Aufgaben, neue Lösungen

Botschaft der Grünen Landtagsfraktion an der Klausurtagung: "Bildung ist Kinderrecht".  Das Bildungssystem muss fit gemacht werden für die Einwanderungsgesellschaft, und im Zeitalter der Digitalisierung muss zudem das Lernen im Schulalltag reformiert werden!


Zu Gast waren die Grüne NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann und Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), die in einem Gespräch die Herausforderungen, aber auch die Möglichkeiten der  Bildungsangebote für Flüchtlinge berichtete. Thomas Gehring dazu: Hauptaufgabe ist dabei die Integration aller Menschen in Bayern, sowohl in dem Schulleben als auch in der Erwachsenenbildung, um so Benachteiligung von Flüchtlingen schnell zu stoppen.

In dem Positionspapier „Bildung ist ein Menschenrecht“ zeigt die Landtagsfraktion in einem 7-Punkte-Plan ihre Forderungen unter dem Aspekt „schnell handeln, langfristig denken“ auf. So soll das Sofortprogramm „Bildung und Förderung von Flüchtlingen“ mit 50. Mio € für 1000 Lehrkräfte im Nachtragshaushalt starten. Auch  Realschulen und Gymnasien sollen Verantwortung für Flüchtlinge übernehmen und hinsichtlich der Anerkennung der Muttersprache als zweite Fremdsprache und der Übertrittsregelung reformiert werden. Zudem muss eine landesweite „Fortbildungsinitiative Trauma“ für Lehrkräfte ins Leben gerufen werden, um grundlegende Strategien im Umgang mit traumatisierten Kindern kennen zu lernen. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften, wie Dolmetscher, Schulpsychologen und Schulsozialarbeitern muss ausgebaut werden. Die berufliche Integration von Flüchtlingen und AsylbewerberInnen muss nach dem Prinzip „3+2“ (3 Jahre Ausbildung und 2 Jahre berufliche Tätigkeit) gefördert werden. Zudem ist die Einrichtung von interdisziplinären und überörtlichen Fachberatungsstellen unbedingt erforderlich.

Medienpädagogik ist mehr als ein Fach

Den Wandel im Zeitalter der Digitalisierung will die Landtagsfraktion unter dem Leitbild des „digitalen Citoyens“ (digitale Bürger) aktiv mitgestalten:  Wie aus dem Vortrag von die Referentin Dr. Julia Gerick, Institut für Schulentwicklungsforschung an der TU Dortmund, hervorgeht, liegt die Medienkompetenz der Jugendlichen in Deutschland trotz uneingeschränkten Zugang zum Internet nur im mittleren Bereich bei einem Ländervergleich. Um die Jugendlichen zu fördern, muss sich die Medienpädagogik als Aufgabe aller Fächer im Schulleben durchsetzen und ein sinnvoller Einsatz der Medien, hinsichtlich eines Konzepts, das auf Teamarbeit, individualisiertes Lernen und eigenständiges Arbeiten setzt, unterstützt werden. Daneben fordern die Grüne in ihrem Positionspapier „Montessori 2.0- Lernen im digitalen Zeitalter“ den Ausbau der Infrastruktur an Schulen, eine medienpädagogische Bildung für Lehrkräfte, Informatik als Pflichtfach und die Nutzung von WLAN an Schulen. Im Sonderprogramm Breitbandausbau müssen Schulen  bei der Finanzierung Vorrang haben.


Die Grünen Antragspakete:

Bildung ist ein MenschenrechtLernen im digitalen Zeitalter
Sofortprogramm "Bildung und Förderung von Flüchtlingen"Infrastruktur aufbauen, Support stärken
Ausweitung der Bildungsangebote auf Realschulen und GymnasienMedienpädagogische Bildung der Lehrkräfte
Landesweite "Fortbildungsinitiative Trauma"Informatik als Pflichtfach
Mit 3 plus 2 Berufsausbildung ermöglichenFörderung medienpädagogischer Forschung und Praxisforschung
Fachberatungsstellen einrichtenNutzung von W-LAN an den Schulen
Gesamtes Bildungswesen für Flüchtlinge fit machenBYOD statt Handyverbot