Standort Bayern: nachhaltig & innovativ

Immer gut gekühlt!

Ursula Sowa bei der Easy2cool GmbH

Sandra Nossek (Grüne Lichtenfels), Marco Knobloch, Martin Schöb (Grüne Lichtenfels), Sebastian Leicht, Ursula Sowa. Foto: Lena Voit

  • Unternehmen: Easy2cool GmbH
  • Branche: Verpackungen
  • Standort: Lichtenfels, Landkreis Lichtenfeld, Oberfranken
  • Themen: ZIM Förderungen und Förderdschungel in bayerischen Programmen - Corona - Zusammenarbeit mit Agentur für Arbeit - Oberfranken als Standortvorteil gegenüber Raum München -Transportmöglichkeiten, Probleme mit Schienenverkehr - Probleme mit Entsorgungsbetrieben

Unternehmensportrait:

Das in München gegründete Unternehmen easy2cool stellt recyclebare Kühlverpackungen aus Altpapier her. Das Produktspektrum beinhaltet Lösungen für den Endverbraucher und Kühlsysteme für den Transport. Das Unternehmen wurde 2014 als Start Up gegründet. Der offizielle Firmensitz ist in München. Die Produktion und ein Teil des Büros befinden sich aber in Lichtenfels. Dort arbeiten aktuell 70 Mitarbeiter*innen. Das Unternehmen hat aktuell fünf Auszubildende und arbeitet auch eng mit der Agentur für Arbeit zusammen.

Easy2cool startete als „Wochenendprojekt“ der beiden Gründer in der heimischen Garage und entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem mit Innovationspreisen ausgezeichneten mittelständischen Unternehmen. Das Produkt Paperfloc ist dabei in Zusammenarbeit mit der TU Dresden entstanden.

Im Austausch mit Ursula Sowa nahmen Start- und Gründungsbedingungen in Deutschland und Bayern breiten Raum ein. Betont wurde dabei die Standortvorteile in Oberfranken und Lichtenfels, denn stabile und günstige Preise, zentralere Lage in Deutschland schaffen Vorteile für das Startup. Beim Thema Unterstützung von Startups kritisieren die beiden Gründer insbesondere, den Förderdschungels in Bayern. Es sei hier deutlich schwieriger, sich zu Recht zu finden als bei Bundesförderprogrammen.

Ein weiterer Punkt war der Konflikt mit den Entsorgungsbetrieben. Das Produkt von Easy2cool ist zertifiziert für den Altpapierkreislauf, denn es enthält weniger als 4% Fremdstoffe. Damit kann es nach Verwendung ohne Trennung in seine Einzelteile im Altpapier entsorgt werden. Einige Entsorgungsbetriebe sträuben sich jedoch dagegen und sortieren das Produkt als nicht recyclebar aus. Hier müssen mit den Entsorgungsbetrieben Gespräche geführt werden.

Das letzte große Thema war der Transport. Easy2cool bekommt das Rohmaterial aus der Kartonverarbeitung per LKW geliefert, liefert die Verpackungen dann an Kunden und der an den Endverbraucher. Der Versuch den Transport der easy2cool Produkte auf die Schiene zu verlagern ist gescheitert. Laut den beiden Gründern ist dies aktuell nicht möglich (Absage der DB). Hier sehen sie enormen Änderungsbedarfs bei der Politik. Die Ampelregierung auf Bundesebene hat in ihrem Koalitionsvertrag die Weichen gestellt, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Allerdings wird die Umsetzung noch etwas dauern, da die Bahn durch die Vorgängerregierungen viele Jahre dafür nicht ertüchtigt wurde.