KiTa-Kongress mit Max Deisenhofer

Schluss mit dem Sparkurs in der Kinderbetreuung 

Große Krisen prägen die aktuelle Nachrichtenlage. Bei all den Debatten um Strom, Gas und Energie dürfen aber nicht die ins Hintertreffen gelangen, denen die Zukunft gehört: unsere Kinder. Aus diesem Anlass haben Max Deisenhofer und Ekin Deligöz von den Grünen zum Austausch nach Wörleschwang geladen. Im Gespräch mit Leitungen regionaler KiTas, Kindergärten und Horte erarbeiteten die beiden Abgeordneten die drängendsten Probleme in der frühkindlichen Bildung. Am meisten genannt: fehlendes Personal. „Der Fachkräftemangel wurde viel zu lange verschlafen“, sagte unter anderem Erzieherin Elfride Reiser aus der KiTa St. Georg in Westendorf. Dies führe zu einer hohen Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wonach viele an die persönlichen Grenzen stießen. 

Max Deisenhofer, selbst Vater eines kleinen Sohnes, plädierte daher für eine Aufwertung sozialer Berufe: „Dazu zählt ein attraktives Arbeitsumfeld und vor allem eine bessere Bezahlung. Wir müssen jetzt handeln, denn die Versäumnisse der letzten Jahre spüren das überarbeitete Fachpersonal, die Eltern ohne Kitaplatz, die Kinder mit individuellem Förderbedarf, die Kommunen als Zuständige für die Umsetzung des Rechtsanspruchs und letztlich auch die Wirtschaft, weil schlichtweg Arbeitskräfte fehlen.“

Die Bemühungen der Bundesregierung für eine Trendwende stellte Ekin Deligöz vor, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Nach Corona und Lockdowns dürfen Kinder nicht wieder in der nächsten Krise untergehen. Sie müssen zurück ins Zentrum der politischen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit,“ sagte sie. Qualifiziertes Personal sei unerlässlich, um der Lebenssituation in den Familien gerecht zu werden. Im Gegensatz zum traditionellen Rollenbild sei es inzwischen der Wunsch vieler Frauen, als junge Mütter wieder in die Arbeitswelt einzusteigen. 

Einigkeit bestand unter den rund 30 Gästen darin, dass der politische Sparkurs in der Kinderbetreuung nicht länger fortgesetzt werden dürfe. „Immerhin geht es um unsere Kinder und ihre Zukunft. Das sollte uns schon etwas wert sein“, war die einhellige Meinung des Abends.

BILDERGALERIE