Landwirtschaft

Hartmann: „Müssen Klima- und Artenschutz zusammendenken!“

Ludwig Hartmann zur Zukunft der Landwirtschaft in Bayern

Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender, kommentiert die heutige Sitzung des bayerischen Kabinetts mit EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski.

Zur Position der CSU, die ökologischen Vorrangflächen für Nahrungsmittelproduktion zu nutzen:

„Immer nur kurzfristig auf Krisen zu reagieren, wird nur dazu führen, dass neue Krisen angeheizt werden. Wenn wir jetzt auf Kosten unserer Artenvielfalt einen Bruchteil mehr Getreide in Deutschland produzieren, wird das den Welthunger nicht stoppen. Wenn wir es aber schaffen, Klimaschutz und Artenschutz zusammenzudenken, schaffen wir wirkliche Perspektiven für die Menschen in den benachteiligten Regionen der Welt.“

„Gleichzeitig alle Brachflächen in Europa umzubrechen, wäre verheerend für die Arten und würde einen rapiden Rückgang von Biodiversität hervorrufen. Ökologische Vorrangflächen sind und bleiben ein effektives Instrument, um Biodiversität wiederherzustellen und zu erhalten. Für 80 Prozent unserer Lebensmittel brauchen wir Insekten als Bestäuber.“

Zudem plädiert Hartmann dafür, den Grundsatz „Teller vor Tank“ gelten zu lassen:

„Würden wir den Biosprit, den wir in Deutschland aktuell tanken, selbst produzieren, wäre ein Fünftel der gesamten Ackerfläche Deutschlands belegt. Es ist moralisch nicht verantwortbar, Lebensmittel in den Tank zu kippen, während woanders Nahrung fehlt. Wenn wir aufhören, weltweit das Getreide für unseren Biosprit zu kaufen, werden auf der ganzen Welt wertvolle Anbauflächen für die Ernährung der Menschen frei.“