Landwirtschaft und Ernährung

Immuno-Impfstoff Improvac muss Ökolandbau erhalten bleiben

Paul Knoblach fordert „konkrete Hilfestellung des Ministerpräsidenten“ für mehr Tierwohl in Öko-Schweinebetrieben

Nach dem Bekenntnis des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zu mehr Agrar-Ökologie auch bei der bayerischen Fleischerzeugung, fordert der tierwohlpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Paul Knoblach, eine „erste konkrete Hilfestellung der Söder-Regierung für unsere Ökobauern“. Diese drohen zum Jahreswechsel 2020/21 die Möglichkeit zur schonenden Immunokastration männlicher Schweine mit dem Impfstoff Improvac zu verlieren. Eine entsprechende Verordnung der EU-Kommission wertet den Einsatz von Improvac als im Öko-Landbau verbotenen Eingriff in den Hormonhaushalt der Tiere.

Paul Knoblach sieht mangels schmerzfreier Alternativen das Tierwohl der Öko-Eber in Gefahr. „Wenn den Landwirten nur die chirurgische Kastration bleibt, ist das der weitaus drastischere Eingriff in den Hormonhaushalt der Tiere und verletzt zudem deren körperliche Integrität“, mahnt Paul Knoblach. Der in seiner Handhabung einfache und verträgliche Impfstoff Improvac hingegen sorge lediglich für eine immunologische Senkung des Hormonspiegels und werde auch von Tierärzten unter Tierwohlaspekten unterstützt. „Ich fordere die Söder-Regierung daher auf, sich im Sinne der bayerischen Ökobauern und der Tiere auf Bundesebene und in Europa dafür einzusetzen, dass Improvac weiterhin auch im Ökolandbau eingesetzt werden kann“, so Paul Knoblach, der hierzu auch einen entsprechenden Antrag (LINK) eingereicht hat.

Die Kastration männlicher Ferkel ist eine in der Landwirtschaft gängige Praxis, um Ebergeruch beim Fleisch zu vermeiden.