Land- und Forstwirtschaft und Ernährung

Keine Ferkelkastration ohne Betäubung ab 2019

Rosi Steinberger und Gisela Sengl: „Der überfällige Tierschutz darf nach 5 Jahren der Untätigkeit nicht weiter vernachlässigt werden.“ Grüne lehnen Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration bis 2024 ab.

Bereits im Jahr 2013 wurde im Tierschutzgesetz auf Bundesebene festgelegt, dass die betäubungslose Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 unzulässig ist, aber die CSU-Agrarminister auf Bundes- und Landesebene haben das Problem nur auf die lange Bank geschoben.
 
„Mehr als fünf Jahre haben es die zuständigen CSU-Agrarminister versäumt, eine praktikable Lösung vorzulegen und damit auch den finanziell herausgeforderten Ferkelzuchtbetrieben eine klare politische Richtungsentscheidung vorzugeben. Tierschutz ist auch vielen Landwirtinnen und Landwirten wichtig - doch um diesen bei der Ferkelkastration zu gewährleisten, mangelte es bereits an der Auswertung und Beachtung der Forschungsergebnisse. Das drängende Problem wurde auf ganzer Linie vernachlässigt. Dass die Frist für das CSU-Gesetz jetzt wiederrum durch die CSU gebrochen wird, bezeugt deren Untätigkeit und ist ein Skandal. Die Leidtragenden sind die Tiere und die Ferkelzuchtbetriebe, die überhaupt keine Planungssicherheit mehr haben.“ kritisiert Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen.

„Der Tierschutz ist gesetzlich geregelt, und auch als Wert für die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht verhandelbar. Auch Markt und Zuchtbetriebe haben das erkannt und eigene Richtlinien für mehr Tierwohl entwickelt, weil die CSU-Ministerien untätig zusahen. Dass laut Umfragen bereits die Hälfte der Schweinezuchtbetriebe in Bayern darüber nachdenkt, aufzuhören, beweist die durch die CSU-Ministerien verschuldete Tierschutzkrise.“, sagt Rosi Steinberger, Sprecherin für Tier- und Verbraucherschutz der Landtags-Grünen.

Der aktuelle Bundesratsvorschlag der CSU-Staatsregierung, die Ferkelkastration ohne Betäubung bis 2024 zu verlängern, ist für die Landtags-Grünen inakzeptabel.