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"Rasche Hilfe statt rasche Unterbringung" für psychisch Kranke

„Rasche Hilfe statt rasche Unterbringung“ fordern die Landtags-Grünen für Menschen, die von psychischen Krisen betroffen sind. „Wir brauchen einen rund um die Uhr erreichbaren Krisendienst überall in Bayern“, so die sozialpolitische Sprecherin Kerstin Celina bei einer Pressekonferenz.

Bayern belege bei Suiziden, Drogentoten und psychiatrischen Unterbringungen einen traurigen Spitzenplatz in Deutschland. „Das wollen wir ändern“, so Kerstin Celina, die neben dem Krisendienst Präventionsprogramme fordert und Angehörige im Bereich der Früherkennung sensibilisieren möchte. Zur Zukunft der psychiatrischen Hilfe in Bayern haben die Landtags-Grünen ein umfassendes Konzept vorgelegt, das Grundlage für künftige Anträge und eventuelle Regierungsmitarbeit sein soll.

Der Münchner Diplom-Psychologe Dr. Heinrich Berger begrüßt die Grünen Ideen für eine bessere psychiatrische Hilfe und plädiert für mehr Offenheit im Umgang mit psychisch Erkrankten. „Wir erleben in der Gesellschaft immer noch einen Wust von Vorurteilen, Ängsten und Stigmatisierungen gegenüber der Psychiatrie“, so Heinrich Berger. Er hoffe, dass mit dem Grünen Vorstoß der Druck auch auf andere Parteien steige, Psychiatrie neu zu denken und neue Wege bei der Vor- und Nachsorge zu gehen.

Mit der Psychiatrieerfahrenen Christine Büttner und Referentin Nina Theofel vom Landesverband Psychiatrieerfahrene waren auch die Betroffenen bei der Pressekonferenz im Bayerischen Landtag vertreten. Christine Büttner steht nach einer „Ex-In-Ausbildung“ am Beginn ihrer Arbeit als Genesungsbegleiterin und sieht in der schnellen sozialen und beruflichen Reintegration psychisch Erkrankter nach einem Klinikaufenthalt den Schlüssel für eine dauerhafte Gesundung. Nina Theofel plädiert dafür, Betroffene auch in der Debatte um politische Weichenstellungen für die Psychiatrie mehr zum Wort kommen zu lassen. Die Gespräche hierüber müssten „auf Augenhöhe“ zwischen SelbsthilfevertreterInnen und Politik geführt werden.

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