Verbraucherschutz | Tierschutz
Radioaktive Belastung von Wildtieren in Bayern
24. April 2026
Zum 40. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April 1986
Auch Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zeigen aktuelle Zahlen aus der Anfrage der Landtags-Grünen: Bei den untersuchten Wildschweinen in Bayern werden weiterhin Grenzwerte für radioaktive Belastung überschritten. Da die Belastung durch Tschernobyl in Bayern sehr unterschiedlich hoch war, muss man davon ausgehen, dass einige Gebiete, vor allem in Südbayern und im Bayerischen Wald, deutlich höher belastet sind.
Ursache ist, dass sich radioaktive Stoffe über Jahrzehnte im Waldboden halten und über Pilze und andere Nahrungsquellen in die Nahrungskette der Wildtiere gelangen.
Die aktuellen Zahlen zeigen: Diese Folgen lassen sich auch Jahrzehnte später nicht einfach zurückdrehen.
Die wichtigsten Zahlen:
- In den Jagdjahren 2020/21 bis 2024/25 wurden jährlich mehrere tausend Proben an Wildschweinen entnommen.
- Dabei kam es in jedem Jahr zu Grenzwertüberschreitungen über 600 Bq/kg
- Im Jagdjahr 2021/22 wurden bei 7216 Proben 1250 Überschreitungen festgestellt.
- Auch zuletzt (2024/25) lag die Zahl noch bei 476 Überschreitungen bei 5953 Proben
Statement Paul Knoblach, Sprecher für Tierschutz der Landtags-Grünen:
„40 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe sehen wir in Bayern noch immer die Folgen radioaktiver Belastung in der Natur. Die aktuellen Zahlen zeigen: Das ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern betrifft unsere Wälder, Pilze und Tiere bis heute.
Während der Ministerpräsident über Mini-AKWs spricht, zeigt sich in Bayerns Wäldern die Realität der Atomkraft: Ihre Folgen wirken über Generationen hinweg.“