Umwelt | Natur

Wolfabschuss? Nein danke.

06. März 2026

Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz ist ein Fehler

Christian Hierneis, Sprecher für Umwelt der Landtags-Grünen, kommentiert die heute im Bundestag beschlossene Änderung des Bundesjagdgesetzes* sowie des Bundesnaturschutzgesetzes, durch die der Wolf als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufgenommen wird: 

„Die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ist eine populistische Scheinlösung: Sie ersetzt keinen wirksamen Herdenschutz, schafft zusätzliche Bürokratie und überträgt unseren Jägerinnen und Jägern mehr Verantwortung, mehr Arbeitsaufwand und rechtliche Risiken. 

Im Freistaat werden durch diesen Beschluss ein aufwendiges Monitoring und teure Managementpläne nötig, um sicherzustellen, dass der Wolfsbestand langfristig stabil bleibt. Gleichzeitig Jagd- und Schonzeiten für den Wolf einzuführen und dennoch jederzeit zu garantieren, dass der Bestand nicht geschwächt wird, ist in der Praxis allerdings kaum umsetzbar. 

Was am Ende droht: eine bürokratische und kostspielige Regelung, die weder unseren Weidetierhaltern vernünftig hilft noch den Umgang mit Problemwölfen erleichtert. Die Jagd auf den Wolf ersetzt nicht den Herdenschutz, denn Weidetiere müssen mit und ohne Jagd auf den Wolf weiter geschützt werden. Unsere Lösung: deutlich mehr Schutzzäune, Elektrozäune und Herdenschutzhunde, die nachweislich die Zahl der Übergriffe von Wölfen senken. Den Wolfabschuss als einfache Lösung zu präsentieren, ist kurzsichtig. Die bisherigen Regelungen zur Wolfsentnahme sind regelmäßig umgesetzt worden und hätten auch künftig völlig ausgereicht.”