Umwelt | Natur
Sicherheit der Alpen in der Klimakrise
11. September 2026
Grüne fordern systematisches Monitoring
Vor rund einem Jahr ist die bekannte Eiskapelle am Watzmann eingestürzt. Das ist eines von vielen sichtbaren Zeichen dafür, wie stark sich die Alpen durch die Klimakrise verändern.* Steigende Temperaturen und tauender Permafrost können Felswände destabilisieren. Gleichzeitig werden Extremwetterereignisse wie Starkregen häufiger und intensiver. Steinschläge, Felsstürze, Bergabbrüche und Muren stellen damit eine wachsende Gefahr für Menschen, Siedlungen und Infrastruktur im Alpenraum dar.
Die Landtags-Grünen fordern deshalb mehr Maßnahmen für die Sicherheit in Bayerns Bergregionen:
Gefahren früh erkennen: Es braucht einen systematischen Überblick, wo Permafrost abtaut und die Felswände destabilisiert. Dafür sind belastbare wissenschaftliche Daten nötig. Für besonders gefährdete Gebiete braucht es ein engmaschiges Monitoring und regelmäßig aktualisierte Gefahrenkarten.
Menschen rechtzeitig warnen und schützen: Unsere Frühwarnsysteme müssen der zunehmenden Risikolage gewachsen sein. Wo akute Gefahr droht, müssen Wege umgehend gesperrt und Menschen sicher umgeleitet werden.
Katastrophenschutz stärken: Für den Ernstfall braucht es gut ausgerüstete Einsatzkräfte sowie funktionierende Evakuierungs- und Einsatzkonzepte, die sofort aktiviert werden können.
Kommunen unterstützen: Für die betroffenen Gemeinden in den Bergregionen kann die Vorsorge gegen zunehmende Naturgefahren eine große Belastung sein. Der Freistaat muss diesen Kommunen mit fachlicher und finanzieller Unterstützung zur Seite stehen.
Mit einem aktuellen Berichtsantrag fordern die Landtags-Grünen von der Staatsregierung Antworten auf dringliche Fragen.
Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende, erklärt:
„Wenn die Alpen bröckeln, sehen wir die Klimakrise mit eigenen Augen. Dabei steht weit mehr auf dem Spiel als nur das Landschaftsbild. Es geht um die Sicherheit der Menschen, die in Bayerns Bergregionen leben, arbeiten und wandern und sich erholen. Die Staatsregierung muss die Gefahren genau kennen und rechtzeitig handeln, bevor Menschen zu Schaden kommen.“
Christian Hierneis, Sprecher für Umwelt, fügt hinzu:
„Unsere Alpen werden immer beliebter, aber auch immer gefährlicher. Wir brauchen dringend bessere Daten darüber, wo Permafrost taut und Felsstürze drohen. Unser Ziel ist, dass wir die Berge weiterhin so sicher wie möglich erleben können. Das ist auch für die Zukunft des Tourismus in den Alpenregionen entscheidend. Die nötige Vorsorge können die Kommunen nicht allein stemmen – hier ist der Freistaat in der Pflicht."
Zentrale Fragen im Berichtsantrag der Landtags-Grünen sind:
Wie wirkt sich die Klimakrise auf die Wahrscheinlichkeit von Steinschlägen, Felsstürzen, Muren und anderen Naturgefahren in den Alpen aus?
Welche Gefahren bestehen für Menschen, Siedlungen, Infrastruktur und Natur?
Welche Kosten kommen auf die Kommunen zu und wie werden sie unterstützt?
Welche Vorsorge- und Schutzmaßnahmen ergreift die Staatsregierung, beispielsweise hinsichtlich Monitorings und Frühwarnungen?
Wie gut sind Katastrophenschutz und Krisenmanagement auf die zunehmenden Gefahren vorbereitet?
Bereits seit über einem Jahr engagieren sich die Landtags-Grünen im Bündnis "Rettet die Berge" für den Schutz der bayerischen Bergwelt. Weitere Informationen:
https://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/umwelt-natur/protestaktion-rettet-die-berge/
https://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/umwelt-natur/gletscher-gipfel-auf-der-zugspitze/
Hintergrund:
* Sowohl der Gipfelabbruch am Fluchthorn in Tirol im Sommer 2023 als auch der Bergsturz am Piz Scerscen im Engadin im Jahr 2024 werden mit dem auftauenden Permafrost in Verbindung gebracht. Bei der Katastrophe von Blatten im Schweizer Lötschental wurden im Mai 2025 nach mehreren Fels- und Bergstürzen große Teile des Dorfes verschüttet. Im Berchtesgadener Wimbachtal brach im August 2025 eine große Felswand ab, wodurch glücklicherweise niemand schwer verletzt wurde. Am Hochvogel zwischen Bayern und Tirol wird seit Jahren ein sich vergrößernder Gipfelriss beobachtet.