Umwelt | Natur
Kostenloser Tierschutz: Nachtruhe für Mähroboter
06. Februar 2026
Gesetzentwurf im Plenum
Die Landtags-Grünen fordern ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter. Anlässlich der Zweiten Lesung der Änderung des Bayerischen Naturschutzgesetzes erklärt Mia Goller, Sprecherin für Landwirtschaft:
„Der Igel rollt sich bei Gefahr ein, weil das seine natürliche Schutzreaktion ist – wenn nachts der Mähroboter auf ihn zurollt, ist das sein Todesurteil. Unser Gesetzentwurf zieht die einzig logische Konsequenz: nachts keine unbeaufsichtigten Maschinen, sondern Schutz für Tiere und Natur. Das schränkt niemanden spürbar ein, rettet aber unzählige kleine Leben und entlastet unsere Kommunen von Flickenteppich-Regelungen. Und es entlastet die vielen Igelstationen, in denen die schrecklichen Verletzungen versorgt werden. So einfach, wirksam und rechtlich geboten kann Naturschutz sein – direkt vor unserer Haustür.
Wenn wir das mal ins Verhältnis stellen: Wir leisten uns für eine Million Euro im Jahr ein Panda-Leasing, plus 18 Millionen für die passende Luxus-Infrastruktur – nur damit zwei Pandas im Tierpark stehen. Nichts gegen Pandas, die können ja nichts dafür.
Aber während Millionen in ein Prestigeprojekt fließen, gelingt es nicht, eine heimische, bedrohte Art zu schützen – nicht mehr nachts zu mähen, würde uns nicht einmal einen Cent kosten!
Warum also ist die Staatsregierung bereit, für zwei exotische Sympathieträger tief in die Tasche zu greifen, aber beim Schutz unserer heimischen Arten klemmt es schon an einer simplen Uhrzeitregel? Wo genau liegt da bitte das Problem?”
Zur Rechtslage:
„Jede zweite dokumentierte Schnittverletzung endet tödlich für Igel, die Dunkelziffer ist hoch. Die automatisierten Mähroboter erzeugen somit einen permanenten Tötungsdruck für kleine Wildtiere und verstoßen damit auch nach Meinung von Juristen gegen geltendes Tierschutz- und Artenschutzrecht.”
Hinweis:
Rechtlich möglich wäre eine landesrechtliche Regelung für ein Nachtfahrverbot. Denn es geht hier nicht um Artenschutz im engeren juristischen Sinne, sondern schlicht um eine Betriebszeitregelung für Gartengeräte.
Mia Goller: „Solche Regelungen sind selbstverständlich möglich – wenn man es politisch will und den Mut hat, sich mit den Freunden akkurat gestutzter Rasenflächen auseinanderzusetzen."
Den Gesetzentwurf und die Informationen dazu finden Sie hier: Sichere Nächte für Igel und Co. | Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Bayern