Umwelt | Natur
"Hitzeschutz muss einfach und verlässlich funktionieren"
30. Juni 2026
Digitale Karte für kühle Orte
Wenn sich die eigene Wohnung während einer Hitzewelle wie in den vergangenen Tagen immer weiter aufheizt und die Innenstädte zu Glutöfen werden, brauchen Menschen schnell eine Antwort auf die Frage: „Wo finde ich in meiner Nähe einen öffentlich zugänglichen kühlen Ort?” Genau dafür hat der Freistaat aber keine Lösung. Das zeigt die Antwort der Staatsregierung auf eine schriftliche Anfrage der Landtags-Grünen zu Kühlen Räumen.
Daraus geht hervor:
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) führt Karten aus gerade einmal 13 Kommunen beziehungsweise Landkreisen auf. Schwaben und die Oberpfalz fehlen in der Liste vollständig. Eine digitale Karte für ganz Bayern plant die Staatsregierung nicht.
Auch bei der Ausstattung bleibt vieles offen: Der Freistaat kennt weder die Erreichbarkeit kühler Räume noch deren Öffnungszeiten oder Ausstattung. Praktische Regeln für Trinkwasser, Barrierefreiheit und Beschilderung fehlen ebenso wie eine gezielte finanzielle Hilfe für Kommunen.
„Die Staatsregierung hat den Menschen in Bayern gegenüber einen Schutzauftrag – doch den vernachlässigt sie gerade sträflich”,
mahnt Patrick Friedl, Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung der Landtags-Grünen.
„Wenn die eigene Wohnung zur Hitzefalle wird, zählt schnelle Hilfe. Das Gleiche gilt auf dem heißen Pflaster der Städte. Dann müssen Menschen mit einem Klick sehen, wo sie in ihrer Nähe Schatten, Trinkwasser und einen kühlen Raum finden. Da muss die Staatsregierung selbst anpacken, statt diese Aufgabe Städten und Gemeinden zuzuschieben.”
Die Landtags-Grünen fordern daher eine landesweite digitale Karte, verlässliche und alltagstaugliche Regeln für kühle Räume sowie gezielte Unterstützung für Städte und Gemeinden. Bayern soll vorhandene Infrastrukturmittel nutzen, um Rathäuser, Bibliotheken, Bürgerhäuser, Kirchen, Schulen, Turnhallen und andere öffentliche Gebäude zu sicheren Anlaufstellen bei großer Hitze zu machen. Gerade ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen müssen diese Angebote schnell finden und gut erreichen können.
Patrick Friedl erklärt:
„Hitzeschutz muss einfach und verlässlich funktionieren – mit einer digitalen Karte für ganz Bayern, klaren Regeln für Trinkwasser, Barrierefreiheit und Öffnungszeiten sowie ausreichend Geld für Kommunen, damit Rathäuser, Bibliotheken und Bürgerhäuser zu sicheren kühlen Orten werden. So erreicht diese Hilfe schnell alle Bürgerinnen und Bürger – in der Stadt und auf dem Land.“