Soziales | Gesundheit | Pflege

Schulze: „Mit der Klimaanlage auf Rezept bringen wir Abkühlung direkt zu den Menschen.“

22. Juli 2026

200 Millionen Euro für Hitzeschutz in Schulen, Kitas, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

„Extreme Hitze kann für ältere Menschen, Schwangere, Kinder und Menschen, die Pflege brauchen, lebensgefährlich werden“,

mahnt Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen.

„Mit der Klimaanlage auf Rezept bringen wir Abkühlung direkt zu den Menschen. Gleichzeitig schützen wir Kinder, Beschäftigte, Kranke und Pflegebedürftige dort, wo sie lernen, arbeiten, gesund werden oder versorgt werden. Bayern braucht jetzt ein Sofortprogramm.“ 

Mit ihrem Dringlichkeitsantrag „Bayern braucht Abkühlung – Schnelle Hilfe für besonders gefährdete Menschen“ setzen sich die Landtags-Grünen in der Plenarsitzung am Donnerstag, 23.7., für diese Maßnahmen ein. Der Freistaat soll dafür zunächst 20.000 Geräte zentral beschaffen.  

Das Sofortprogramm der Landtags-Grünen umfasst drei Maßnahmen: 

Klimaanlagen auf Rezept: Besonders schutzbedürftige Menschen sollen mobile Klimaanlagen oder vergleichbare Lösungen auf ärztliche Verordnung über ihre Apotheke ausleihen können. Dazu gehören insbesondere ältere Menschen, die zur Miete wohnen, Personen in häuslicher Pflege und Schwangere. Der Freistaat beschafft dafür zunächst 20.000 Geräte. 

Schulen und Kitas runterkühlen: Die mehr als 16.000 Schulen und Kindertageseinrichtungen in Bayern erhalten über die Kommunen einmalig 100 Millionen Euro für schnell wirksamen Hitzeschutz. Das Geld soll unter anderem in mobile Verschattung, Sonnensegel, Trink- und Abkühlungsangebote, Baumpflanzungen sowie Kühlwesten und (mobile) Klimaanlagen für besonders belastete Räume fließen. Die kommunalen Bauhöfe sollen diese Arbeiten bis zum nächsten Sommer vorrangig umsetzen. Mittelfristig sollen Schulen und Kindertageseinrichtungen eine effiziente Wärme- und Kältetechnik samt Photovoltaikanlage erhalten. 

Kühle für Pflege und Gesundheit: Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen erhalten 100 Millionen Euro für Kühldecken, Kühlwesten und Klimaanlagen. Damit sollen rund 175.000 stationäre Plätze und etwa 100.000 Beschäftigte besser vor extremer Hitze geschützt werden. 

Katharina Schulze erklärt:

„Die Staatsregierung kann mit dieser gezielten Maßnahme Ältere, Kinder und Kranke schnell und besser vor Hitze schützen, Pflegekräfte mit Kühlwesten ausstatten und Kliniken mit Klimaanlagen versorgen. Dafür muss sie jetzt das Geld bereitstellen und die Arbeiten bis zum nächsten Sommer voranbringen. Guter Hitzeschutz rettet Leben.“ 

Die nötigen Mittel sollen im Nachtragshaushalt 2027 berücksichtigt werden. Das Sofortprogramm soll bis zum nächsten Sommer greifen. 

Wichtig ist: Beim Hitzeschutz an Schulen darf die Verantwortung nicht zwischen Freistaat, Kommunen und Schulleitungen hängen bleiben. Der Freistaat muss klar regeln, wer welche Kosten trägt, und den Kommunen einen rechtssicheren und unbürokratischen Zugriff auf Fördermittel ermöglichen. Wo nötig, muss er dafür das Bayerische Schulfinanzierungsgesetz anpassen. 

Darüber hinaus braucht Bayern mehr Bäume und Grünflächen, entsiegelte Städte, begrünte Dächer und Fassaden, hitzeresilientes Bauen sowie eine klimaangepasste Stadt- und Landschaftsplanung. Auch Medizin, Pflege und Notfallversorgung brauchen eigene Maßnahmenpläne für extreme Hitze. Laut Robert-Koch-Institut sind infolge der jüngsten Hitzewelle genauso viele Menschen gestorben wie während der Hochphase der Corona-Pandemie.