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Hitzeschutz in Kliniken und Pflegeheimen

14. Juli 2026

Regierung lässt Bewohner & Personal im Stich

Das zeigt die Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der Landtags-Grünen. Demnach hat die Staatsregierung keinen Überblick über Hitzebelastungen in den Einrichtungen – und sieht auf Landesebene keinen politischen Handlungsbedarf. Die Grünen fordern schnelle Unterstützung und Klimaanlagen für Einrichtungen.

Mit einer kurzen Verschnaufpause nach der jüngsten Hitzewelle können die Menschen in Bayern ein wenig durchatmen – doch es stehen weitere sehr heiße Tage vor der Tür. Mit Blick auf die Hitzevorsorge in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen haben die Landtags-Grünen nun eine Schriftliche Anfrage an die Bayerische Staatsregierung gestellt – mit ernüchterndem Ergebnis.

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, erklärt dazu:

„Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen müssen Orte der Sicherheit sein – auch bei extremer Hitze. Patientinnen und Patienten liegen teils bei weit über 30 Grad Raumtemperatur in den Krankenhausbetten. Wie soll man unter diesen Bedingungen gesund werden können? Wie sollen Menschen in Seniorenheimen diese Hitze aushalten? Besonders Ältere leiden und sterben teils daran. Die Staatsregierung vernachlässigt ihren Schutzauftrag gegenüber den Menschen in Bayern – sie fühlt sich nicht zuständig und wälzt das Problem allein auf die Einrichtungen ab. Das ist fahrlässig gegenüber allen Menschen, die sich nicht selbst schützen können!”

Die Antwort der Staatsregierung auf die Anfrage der Landtags-Grünen zeigt: 

Die Staatsregierung hat keine Kenntnisse darüber, 

  • wann und wo Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen im Sommer besonders stark überhitzen 
  • welche Einrichtungen bereits über Hitzeschutzpläne verfügen 
  • wo es kühle Rückzugsräume gibt 
  • wo noch außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden, Markisen oder Sonnensegel fehlt  

Auch bei der Unterstützung der Einrichtungen bleibt die Staatsregierung weit hinter dem Notwendigen zurück. Nach eigener Aussage gibt es unter anderem keine 

  • verpflichtenden Hitzeschutz-Standards speziell für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen (außer für sensible Bereiche wie Intensivstationen und Operationsabteilungen) 
  • Vorgaben zu Hitzeschutzplänen 
  • Regeln für maximal zulässige Innenraumtemperaturen 
  • Anforderungen für Fort- und Weiterbildungsangebote zum Hitzeschutz 
  • Förderprogramme für akute Hitzeschutzmaßnahmen 
  • Unterstützung beim Schutz des Personals, beispielsweise durch Förderung von Kühlwesten 

Die Grünen fordern schnelle Hilfe für die Einrichtungen, unter anderem Klimaanlagen, Trinkwasserspender oder Kühlwesten für das Personal.

„Zum Beispiel Klimaanlagen sind in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen kein Luxus, sondern lebenswichtige Infrastruktur und verantwortungsvolle Gesundheitsversorgung. Wer kranke, hochbetagte oder pflegebedürftige Menschen vor den Folgen extremer Hitze schützen will, muss dafür sorgen, dass sich Patientenzimmer und Aufenthaltsräume nicht auf gefährliche Temperaturen aufheizen. Es reicht nicht, auf Rollläden und Ventilatoren zu setzen. Die Staatsregierung muss endlich gezielt in moderne Kühltechnik investieren und Krankenhäuser sowie Pflegeeinrichtungen bei der Nachrüstung von Klimaanlagen bis zum nächsten Sommer unterstützen und das nötige Geld dazu bereitstellen. Hitzeschutz rettet Leben – und dazu gehören dort, wo besonders gefährdete Menschen versorgt werden, auch Klimaanlagen”,

betont Katharina Schulze. Dafür könne beispielsweise das Geld verwendet werden, welches der Freistaat über das Länder- und Kommunalentlastungsgesetz bekommt. 
 
Patrick Friedl, Sprecher für Klimaanpassung der Landtags-Grünen, erklärt:

„Die Söder-Regierung verschließt bewusst die Augen vor einem Problem, das von Jahr zu Jahr größer wird. Offenbar ist ihr Motto: ,Was ich nicht sehe, muss ich auch nicht lösen’. Dabei sind gerade kranke oder pflegebedürftige Menschen besonders gefährdet.” Auch die Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte und das gesamte Personal in diesen Einrichtungen brauchten dringend mehr Unterstützung und Schutz: „Sie leisten Herausragendes unter teils schwierigsten Bedingungen. Die Hilferufe aus den Kliniken dürfen nicht länger ungehört bleiben!” 

Seit Jahren weisen die Landtags-Grünen auf die Notwendigkeit hin, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen systematisch auf immer häufigere Hitzewellen vorzubereiten. Patrick Friedl erklärt:

„Dafür braucht es mehr Verschattung durch Bäume sowie begrünte Dächer und Fassaden, die das Gebäude kühl halten. Ebenso nötig sind jetzt auch Maßnahmen wie wirksame Kühlsysteme, technischer Sonnenschutz und Kühlwesten für die Mitarbeitenden. Außerdem müssen Hitze-Notfallpläne bereitliegen, die im Ernstfall sofort greifen. All das können Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen nicht allein leisten – sie sind dringend auf die koordinierte Unterstützung des Freistaats angewiesen.“