Mobilität
Wien zeigt den Weg: Dritte Startbahn in München endgültig beerdigen
17. Juni 2026
Realität hat Startbahnpläne längst überholt
„Fast zwanzig Jahre nach Beginn des Planfeststellungsverfahrens ist klar: Die dritte Start- und Landebahn am Münchner Flughafen wird nicht gebraucht. Selbst die Prognosen ihrer Befürworter wurden von der Realität deutlich widerlegt“,
betont Johannes Becher, erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Abgeordneter für Erding und Freising.
Die Landtags-Grünen bringen dazu in der heutigen Plenarsitzung einen Dringlichkeitsantrag mit dem Titel „Wien zeigt den Weg: Keine dritte Start- und Landebahn in München“ ein. Darin fordern sie die Staatsregierung auf, die Planungen für die dritte Startbahn endgültig aufzugeben, sich in der Gesellschafterversammlung der Flughafen München GmbH für das Aus des Projekts einzusetzen und die entsprechende Festlegung im Landesentwicklungsprogramm zu streichen.
Konkret geht es dabei unter anderem um:
- Ende eines überholten Großprojekts: Die Prognosen, die einst den Bau begründen sollten, haben sich als massiv fehlerhaft erwiesen. Die tatsächlichen Flugbewegungen liegen weit unter den damaligen Annahmen.
- Orientierung an der Realität statt an Wunschdenken: Der Flughafen Wien hat seine Planungen für eine dritte Startbahn bereits eingestellt und setzt stattdessen auf effizientere Nutzung der bestehenden Infrastruktur.
- Klima, Natur und Lebensqualität schützen: Eine dritte Startbahn würde wertvolle Flächen im Erdinger Moos versiegeln, zusätzliche Emissionen verursachen und die Belastung durch Fluglärm und Schadstoffe weiter erhöhen.
Hintergrund ist, dass sich der Luftverkehr in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat. Moderne Flugzeuge transportieren mehr Passagiere bei weniger Flugbewegungen, Airlines reduzieren Kurzstreckenangebote und selbst aktuelle Prognosen sehen deutlich geringere Flugbewegungen als noch vor Jahren angenommen. Gleichzeitig hält die Staatsregierung weiterhin an einem Projekt fest, das weder verkehrspolitisch noch wirtschaftlich oder klimapolitisch überzeugend begründet werden kann.
Johannes Becher erklärt:
„Die Realität hat die Startbahnpläne längst überholt. Selbst aktuelle Prognosen zeigen, dass die vorhandenen Kapazitäten ausreichen. Wer heute noch Milliarden in eine dritte Startbahn investieren will, ignoriert die Entwicklung des Luftverkehrs ebenso wie den Schutz von Klima, Natur und den Willen der Bürgerinnen und Bürger.“
Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende, ergänzt:
„Politik muss den Mut haben, alte Irrwege zu verlassen und Entscheidungen an den Realitäten von heute auszurichten. Zumal es sogar einen Bürgerentscheid gab, bei dem sich die Menschen klar gegen die Pläne ausgesprochen haben. Während Wien Konsequenzen zieht und Zukunft gestaltet, klammert sich die Bayerische Staatsregierung an ein Prestigeprojekt aus der Vergangenheit. Bayern braucht Investitionen in die Mobilität der Zukunft – nicht in eine Startbahn, für die es längst keinen Bedarf mehr gibt.“