Mobilität
ÖPNV in Bayern ist noch immer Stückwerk
05. August 2026
Staatsregierung ruht sich auf dem Deutschlandticket aus
Eine aktuelle Anfrage der Landtags-Grünen zeigt: Der ÖPNV in Bayern ist noch immer Stückwerk. Von einem einfachen, landesweiten Ticketsystem sind wir weit entfernt. Das Bayern-Ticket wird nicht weiterentwickelt, die staatliche Mobilitätsplattform umfasst nicht alle Tarife, und in der mit Steuergeld entwickelten und weitgehend unbekannten MoBY-App lassen sich bisher nur wenige Tickets kaufen.
Dr. Markus Büchler, Sprecher für Mobilität, erklärt:
„Es ist schade, dass die Staatsregierung das Bayern-Ticket nicht weiterentwickeln möchte. Sich auf dem Deutschlandticket auszuruhen, reicht nicht. Gerade für Menschen, die nur gelegentlich mit Bus und Bahn fahren, müssen endlich attraktive Angebote geschaffen werden.“
„Seit Jahren verspricht die Staatsregierung, das Reisen durch Bayern unkomplizierter zu machen. Die Realität sieht anders aus: Viele Tickets lassen sich über die MoBY-App nicht kaufen, und immer noch fehlen Verbindungen und Tarife im System. Wer mehr Menschen für den ÖPNV gewinnen will, muss ihnen den Ticketkauf so einfach und übersichtlich wie möglich machen.“
Aus der Anfrage geht im Detail hervor:
1. Es gibt keine Weiterentwicklung des Bayern-Tickets. Begründet wird dies mit der Einführung des Deutschland-Tickets.
2. Die staatliche Plattform DEFAS Bayern (Durchgängiges Elektronisches Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungs-System) umfasst noch immer nicht alle Fahrten und Tarife und bildet damit den bayerischen ÖPNV nicht vollständig ab.
3. In der MoBY-App können bislang nur vereinzelt Tickets gekauft werden (Deutschland-Ticket inkl. bayerischem Ermäßigungsticket, Bayern-Ticket-Familie, Regio-Ticket-Familie, VGN-Bartarif und MVV-Bartarif). Alles andere fehlt.
4. Ein bayernweites In/Out-System soll erst ab 2027 schrittweise eingeführt werden.
Darüber hinaus gibt es immer noch weite Landesteile, die keinem vollwertigen Verkehrssverbund angehören, insbesondere in Schwaben und Niederbayern. Ohne Verbund ist ein moderner ÖPNV jedoch nicht sinnvoll möglich.