Mobilität

Landtags-Grüne fordern Aufklärung nach Flughafen-Chaos

24. Februar 2026

600 Menschen über Nacht im Flugzeug

Die Landtags-Grünen fordern Aufklärung zu den Geschehnissen am Münchner Flughafen und stellen dazu einen Fragenkatalog an die Staatsregierung.

Rund 600 Fluggäste waren vergangene Woche im Schneechaos dazu gezwungen, die Nacht in sechs Flugzeugen auf Außenparkpositionen des Flughafens München zu verbringen. Bereits am 3. Oktober 2024 war es am Flughafen München zu massiven Problemen gekommen: Damals verpassten rund 750 Passagiere aufgrund chaotischer Zustände an den Sicherheitskontrollen ihre Flüge.  

„Das ist bereits das zweite krasse Versäumnis mit chaotischen Zuständen am Münchner Flughafen in relativ kurzer Zeit", macht Johannes Becher, Erster stellv. Fraktionsvorsitzender der Landtags-Grünen, deutlich.

„Dieser Vorgang ist eines sogenannten Fünf-Sterne-Airports unwürdig und peinlich für Bayern. Wer hat diese untragbare Entscheidung zu verantworten, die Passagiere über Nacht nicht aus den Flugzeugen herauszulassen? Und warum griffen keine entsprechenden Notfallpläne? Dass es im Winter dazu kommt, dass Flugzeuge wegen zu starken Schneefalls nicht abheben können, ist zumindest kein unvorhersehbares Szenario. Das ist ein erneutes organisatorisches Totalversagen der Flughafen München GmbH und darf sich so auf keinen Fall wiederholen!“

Die Verantwortung ist klar geregelt: Der Flughafen München gehört mehrheitlich dem Freistaat Bayern. 51 Prozent hält der Freistaat, der Aufsichtsratsvorsitzende ist Finanzminister Albert Füracker (CSU). Gleichzeitig liegt das zuständige Luftamt Bayern Süd im Geschäftsbereich des Verkehrsministeriums von Christian Bernreiter (CSU). 

Johannes Becher kommentiert:

„Wer hier so tut, als hätte die Staatsregierung mit dem Chaos nichts zu tun, blendet die eigenen Zuständigkeiten aus. Es reicht nicht, auf Schnee und Nachtflugverbot zu verweisen. Bei einem Flughafen in staatlicher Mehrheitsverantwortung ist Wegducken keine Option. Jetzt braucht es klare Antworten – und klare Konsequenzen.“ 

Die Landtags-Grünen richten nun eine Anfrage und die Forderung nach Aufklärung zu den neuesten Vorfällen an die Staatsregierung. Insbesondere zu folgenden Aspekten fordern sie konkrete Antworten: 

  • Wie viele Menschen mussten über Nacht auf Außenpositionen ausharren?
  • Wie viele Kinder und besonders schutzbedürftige Personen waren betroffen?
  • Und welche Ansprüche haben die Passagiere gegenüber der Flughafen München GmbH? 

Vor allem stellen wir die Verantwortungsfrage: 

  • Wer hat entschieden, dass Maschinen mit allen Passagieren an Bord über Nacht draußen stehen bleiben?
  • Warum wurden keine Busse organisiert, keine Parkpositionen getauscht, keine Alternativen geprüft?
  • Welche Notfallpläne hätten greifen müssen – und warum haben sie es nicht?
  • Wie kann es sein, dass sich nach dem Chaos vom 3. Oktober 2024 ein derartiges Versagen wiederholt?
  • Welche Konsequenzen zieht die Staatsregierung – und wie soll der Imageschaden für Bayerns wichtigstes internationales Drehkreuz repariert werden? 

Es muss nun für vollständige Transparenz gesorgt werden! 

Hintergrund: 

Wegen des Schneechaos konnten die Maschinen nicht abheben. Eine Rückkehr zum Terminal war dann zu später Stunde jedoch auch nicht mehr möglich: Laut Flughafen München GmbH, weil alle Parkpositionen an den Terminals bereits belegt waren. Zudem stand kein Personal mehr zur Verfügung, um die Passagiere per Bus über das Rollfeld zum Terminal zu transportieren. In der Folge mussten die Fluggäste über mehrere Stunden, teils sogar über Nacht, in den Flugzeugen ausharren.