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Ultrafeinstaub: Messwerte müssen unverzüglich offengelegt werden

Flughafen München GmbH besitzt und nutzt eigenes mobiles Gerät zur Messung von ultrafeinen Partikeln

18. Juni 2020

Die Flughafen München GmbH (FMG) besitzt und nutzt ein eigenes mobiles Gerät zur Messung von ultrafeinen Partikeln.* Das hat eine grüne Anfrage (Anhang) ergeben. Bei dem Messgerät handelt es sich um denselben Typ, den auch der Bürgerverein Freising für seine regelmäßigen Messungen verwendet. „Die FMG sträubt sich vehement gegen offizielle Ultrafeinstaubmessungen auf dem Flughafengelände, misst aber offenbar selbst, ohne der Öffentlichkeit Einsicht in die Ergebnisse zu gewähren“, kritisiert Johannes Becher, grüner Landtagsabgeordneter aus Moosburg, scharf. Auch die bereits auf dem Gelände des Flughafens bestehenden stationären Messstandorte will die FMG „wegen grundsätzlicher Bedenken nicht zur Verfügung stellen“. Johannes Becher: „Das ist absolut inakzeptabel!“

Johannes Becher fordert die FMG auf, „unverzüglich die Messmethode und die bisher gemessenen Werte offenzulegen. Zudem muss die Einrichtung einer offiziellen Messtation oder Nutzung der bereits bestehenden Stationen auf dem Flughafengelände ermöglicht werden. Die Messungen sind notwendig in Hinblick auf die Gesundheit der Menschen in dieser Region.“


*Ultrafeinstaub (UFP) sind kleinteiligste Feinstaub-Partikel, die aufgrund ihrer geringen Größe besonders tief in die menschliche Lunge eindringen und von dort aus in die Blutbahn gelangen können. Da an UFP auch krebserzeugende Stoffe gebunden sein können, ist von einer Gesundheitsgefahr auszugehen. Zur weiteren Forschung braucht es dringend mehr Messungen auf dem Gelände und im Umfeld von Flughäfen, von denen als UFP-Hotspots eine besondere Belastung für die umliegende Region ausgeht. Die Datengrundlage muss erhöht werden, um weiterführende Studien zu initiieren und mittelfristig die Festlegung eines Grenzwerts zum Schutz von Menschen und Umwelt zu erreichen.