Mobilität

Freistaat kauft kaum Elektromobile

Markus Büchler kritisiert gesunkene Anschaffungsquote für E-Fahrzeuge im staatlichen Fuhrpark: „Verheerendes Signal“

03. Juni 2019

Mit neu verpackten alten bundespolitischen Vorschlägen zur Förderung der Elektromobilität hatte sich CSU-Ministerpräsident Markus Söder vor Wochenfrist in einem BR-Interview blamiert. Neue Zahlen aus einer Anfrage (Anhang) des verkehrspolitischen Sprechers der Landtags-Grünen, Dr. Markus Büchler, belegen jetzt: Im ureigenen Handlungsfeld der Staatsregierung - nämlich bei der Beschaffung von Dienstfahrzeugen für die eigenen Behörden - lässt die Söder-Regierung jeglichen Ehrgeiz in Sachen E-Mobilität vermissen.

So finden sich unter den 2.431 im Jahr 2018 gekauften oder geleasten Dienstfahrzeugen aller Ministerien lediglich 49 rein elektrisch betriebene Autos - das entspricht einem Anteil von gerade mal zwei Prozent.95 Fahrzeuge (4 %) fahren mit Hybridmotoren, also wenigstens teilweise elektrisch. Und der Anteil der Erdgasfahrzeuge (zwei Neuanschaffungen) bewegt sich im Promillebereich. „Damit fällt die Söder-Regierung sogar noch hinter die Elektroquoten von 2017 zurück“, kritisiert Markus Büchler. Im Vorjahr waren 47 von 1.914 Neuanschaffungen elektrisch betrieben (2,5 %).

Insgesamt verfügt der Freistaat Bayern über einen Fuhrpark von 12.311 Fahrzeugen mit einem Durchschnittsalter von 3,12 Jahren. „Mit dem jährlichen Austausch von einem Fünftel ihres Fuhrparks hätte die Söder-Regierung es in der Hand, der emissionsfreien Mobilität in Bayern einen kräftigen Schub zu geben“, so Markus Büchler. „So aber sendet sie ein verheerendes Signal an die Bürgerinnen und Bürger aus und vermittelt den Eindruck, als seien auch in Bayern produzierte E-Fahrzeuge nicht praxistauglich.“