Medien | Kultur | Sport
Staatsregierung beendet Bürokratiemonster
20. Mai 2026
710.000 Seepferdchen-Gutscheine verfallen
Aus der Antwort auf eine aktuelle Anfrage der Landtags-Grünen zu “Seepferdchen-Gutscheinen” wird nun deutlich, wie teuer das Experiment für den Freistaat war: Rund 6,7 Millionen Euro kosteten Gutscheine, App-Entwicklung, Flyer und Aufwandspauschalen innerhalb von vier Kindergartenjahren. Laut Innenministerium wurden 127.000 Gutscheine eingelöst – gleichzeitig verfielen rund 710.000 ungenutzt.
Inzwischen ist klar: Die Bayerische Staatsregierung zieht bei ihrer „Seepferdchen“-Förderung den Stecker: Das Schwimmprogramm „Mach mit – Tauch auf!“ wird zum Ende des Kindergartenjahres eingestellt. Vier Jahre lang hatte die Staatsregierung versucht, mit 50-Euro-Gutscheinen mehr Kinder in Schwimmkurse zu bringen – begleitet von einer eigenen App, Flyern und zusätzlichen Aufwandspauschalen für Vereine und Wasserrettungsorganisationen. Die Landtags-Grünen hatten das Programm bereits früh als teures und bürokratisches Symbolprojekt kritisiert.
Tatsächlich sorgte es immer wieder für Ärger: Viele Kursanbieter verweigerten die Annahme der Gutscheine, Eltern blieben teils auf Kosten sitzen. Gleichzeitig sank die Zahl der Kinder, die sicher schwimmen können, weiter.
Max Deisenhofer, Sprecher für Sport der Landtags-Grünen erklärt:
„Die Staatsregierung beendet ein teures Bürokratiemonster, das sein Ziel klar verfehlt hat. Trotz Millionenaufwand können immer weniger Kinder in Bayern sicher schwimmen. Statt Marketingaktionen brauchen wir mehr intakte Schwimmbäder und verlässlichen Schwimmunterricht an Schulen, wie ihn der Lehrplan eigentlich vorsieht.“
Mit dem Aus für das Programm fordern die Landtags-Grünen nun, die freiwerdenden Mittel gezielt in die Schwimminfrastruktur zu investieren – insbesondere mit Blick auf das Auslaufen des Sonderprogramms Schwimmbadförderung Ende 2026.