Landwirtschaft | Wald
Landtags-Grüne fordern mehr Tempo beim Waldumbau und stärkere Forstberatung
11. August 2026
Klare Linie und mehr Tempo notwendig
Zu den aktuellen Waldbränden in Bayern, insbesondere in Unterfranken, Mittelfranken und der Oberpfalz erklärt Mia Goller, Sprecherin für Wald der Landtags-Grünen:
„Die Brände der vergangenen Tage zeigen, wie schnell aus trockenem Waldboden eine ernste Gefahr werden kann. Mein großer Dank gilt den vielen Feuerwehrleuten und allen weiteren Einsatzkräften, die bei großer Hitze und unter schwierigen Bedingungen gegen die Flammen kämpfen. Waldbrandschutz beginnt aber lange vor dem ersten Funken – mit gesunden, widerstandsfähigen Wäldern.“
„Bayerns eigene Richtlinie zur Waldbrandabwehr sagt seit 2013 glasklar: Laubbaumreiche Mischwälder sind deutlich weniger waldbrandgefährdet als reine Nadelwälder. Waldumbau gehört deshalb ausdrücklich zur langfristigen Vorsorge. Diese Erkenntnis muss endlich Konsequenzen haben. Je schneller wir aus anfälligen Nadelwäldern vielfältige Mischwälder machen, desto besser schützen wir unseren Wald auch vor Feuer.“
„Dafür brauchen die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer Menschen an ihrer Seite, die sie beraten und den Waldumbau voranbringen. Unsere Försterinnen und Förster leisten Waldbrandschutz, bevor überhaupt Rauch aufsteigt. Trotzdem bremst das Stellenmoratorium ausgerechnet beim nötigen Personal. Nach unseren Berechnungen fehlen bis 2030 noch rund 50 der zugesagten Stellen. Die Staatsregierung muss diese Lücke schließen und im kommenden Nachtragshaushalt das nötige Geld bereitstellen.“
„In einem Waldbrandsommer wie diesem können wir uns außerdem kein Zuständigkeits-Pingpong leisten. Wald, Jagd und Staatsforsten gehören wieder unter ein Dach! Statt Fachkräfte mit politischem Kleinklein rund um das Forstliche Gutachten zu beschäftigen, braucht Bayern eine klare Linie: Wald vor Wild, starke Naturverjüngung, schnelle Beratung und mehr Tempo beim Waldumbau.“
Hintergrund:
*Die bayerische Richtlinie zur Waldbrandabwehr nennt sowohl die Aufklärung der Bevölkerung als auch den Umbau von Nadelwäldern in laubbaumreiche Mischwälder ausdrücklich als Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung. Auch die Staatsregierung beschreibt Beratung als wesentlichen Baustein ihrer Waldumbauoffensive 2030. Ihr Ziel sind 200.000 Hektar zukunftsfähige Mischbestände bis 2030.
Die Landtags-Grünen fordern deshalb, die forstliche Beratung deutlich zu stärken, die noch ausstehenden Stellen der Waldumbauoffensive zu schaffen und dafür bereits im kommenden Nachtragshaushalt ausreichend Mittel bereitzustellen. Wald, Jagd und Bayerische Staatsforsten sollen wieder in einem Ressort gebündelt werden.