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Mehr Demokratie vor Ort

29. August 2025

Grüne wollen Bayerns Kommunalpolitik familienfreundlicher machen

Die Landtags-Grünen wollen die politische Teilhabe in den bayerischen Kommunen stärken und eine flexiblere, familienfreundlichere Kommunalpolitik ermöglichen. Kern eines Gesetzentwurfs ist die bundesweit erste Vertretungsregelung für Gemeinderätinnen nach österreichischem Vorbild. Außerdem schlagen die Grünen unter anderem mehr digitale Ratsarbeit, ein Recht auf Jugendbeteiligung, die Absenkung des Wahlalters auf 16 und ein aktives sowie passives Wahlrecht für EU-Bürgerinnen vor.

„Kommunalpolitik darf kein Privileg für die sein, die es sich zeitlich und finanziell leisten können. Wir brauchen mehr Menschen mitten aus dem Leben in unseren Kommunalparlamenten – mehr als nur 24 Prozent Frauen und unbedingt mehr junge Leute“, betont Johannes Becher, Erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Mit unserer Vertretungsregelung machen wir den Einstieg in die Kommunalpolitik leichter und sorgen für mehr Vielfalt.“

Andreas Birzele, Sprecher für Kommunales, unterstreicht: „Demokratie lebt von Teilhabe. Deshalb wollen wir die Hürden senken: vom Wahlalter 16 bis hin zur Öffnung des Bürgermeisteramtes für EU-Bürger*innen. Und wir machen die Arbeit in den Räten flexibler – durch hybride Sitzungen und bessere Vereinbarkeit von Familie, Ehrenamt und Beruf.“

Die zentralen Inhalte des Gesetzentwurfs:

  • Vertretungsregelung für kommunale Mandatsträger*innen: Ratsmitglieder sollen sich bei längeren Verhinderungen – z. B. wegen Familienzeit, Pflege oder beruflicher Gründe – vorübergehend vertreten lassen können.
  • Mehr digitale Ratsarbeit: Hybride und rein digitale Sitzungen sollen leichter ermöglicht werden.
  • Recht auf Jugendbeteiligung: Junge Menschen müssen künftig verbindlich einbezogen werden, wenn Entscheidungen sie betreffen.
  • Kommunalwahlrecht modernisieren: Wahlalter 16, Bürgermeisterwahl auch für EU-Bürger*innen, barrierefreie und mehrsprachige Wahlunterlagen.
  • Stärkung des Ehrenamts: Mehr Hauptamtlichkeit bei Bürgermeisterinnen, längere Schutzfristen für ehrenamtliche Amtsinhaberinnen, verbindliche Freistellungsrechte gegenüber Arbeitgeber*innen.

„Unsere Demokratie vor Ort lebt davon, dass viele mitmachen. Mit unserem Gesetzentwurf öffnen wir die Türen weiter – für Frauen, für junge Menschen, für Menschen mit Einwanderungsgeschichte. So schaffen wir mehr Gerechtigkeit und mehr Legitimität in der Kommunalpolitik“, fassen Johannes Becher und Andreas Birzele zusammen.

Der grüne Gesetzentwurf wird in der Plenarsitzung am 16.10.2025 in Erster Lesung beraten