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Gegen soziale Ungleichheit beim Jugendaustausch in Bayern

Florian Siekmann zieht Bilanz nach Expertenanhörung: „Schüleraustausch von unten fördern, statt oben Doppelstrukturen zu schaffen“

05. Februar 2020

 „Schüler- und Jugendaustausch muss allen offenstehen und darf kein Privileg von Kindern reicher Eltern sein.“ Das fordert der europapolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Florian Siekmann, nach der Expertenanhörung zum Jugendaustausch in Bayern am Dienstag. Demnach stammen die Teilnehmenden an Austauschprogrammen zu über 80 Prozent aus wohlhabenden Familienverhältnissen. Zudem wird Austausch überwiegend an den bayerischen Gymnasien angeboten - die Realschulen haben nur einen Anteil von 13 Prozent, die Mittelschulen sogar nur von drei Prozent an den Austauschprogrammen.
 
„Dies wird sich auch mit der geplanten Einrichtung eines Bayerischen Auslandsinstituts nicht ändern“, prognostiziert Florian Siekmann. „Statt den Schüleraustausch von unten zu fördern, schafft die Söder-Regierung oben eine Doppelstruktur, die zusätzliche Kosten und Ressourcen frisst.“ Die Landtags-Grünen werden in der kommenden Woche eigene Alternativen zur Förderung des Schüler- und Jugendaustausches vorlegen. Florian Siekmann: „Die Expertenanhörung zeigte deutlich: Ein internationaler Austausch wirkt ein Leben lang und fördert Selbstvertrauen, soziale Kompetenzen und Weltoffenheit. Schüler- und Jugendaustausch zu stärken und allen zugänglich zu machen, heißt daher auch, sozialen Zusammenhalt in Europa zu stärken. Unser Ziel ist es, dass jeder junge Mensch in Bayern während der Schul- oder Ausbildungszeit einmal die Chance hat, eine internationale Austauscherfahrung in Europa zu sammeln.“