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Mangel an Ganztagsplätzen in Bayerns Grundschulen?

25. Februar 2026

Anspruch auf dem Papier – aber kein Platz für ihr Kind

Zu den aktuellen Berichten über einen möglichen Mangel an Ganztagsplätzen für Grundschulkinder in Bayern im Vorfeld des Rechtsanspruchs erklärt Christian Zwanziger, Mitglied des Ausschusses für Bildung und Kultus im Bayerischen Landtag: 

„Während andere Bundesländer den Ganztag längst ausbauen, liegt Bayern deutlich zurück. Dass wir im Freistaat die niedrigste Quote und gleichzeitig einen der höchsten Ausbaubedarf haben, ist das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse der Staatsregierung.  Wenn der Rechtsanspruch kommt, droht vielen Familien: Anspruch auf dem Papier – aber kein Platz für ihr Kind.“ 

„Die Staatsregierung redet sich mit niedrigen Nachfragezahlen heraus, dabei sind diese oft hausgemacht. Angebote und hohe Elternbeiträge halten viele Familien davon ab, Ganztagsangebote überhaupt in Anspruch zu nehmen. Wer echte Bildungschancen schaffen will, muss Ganztagsangebote qualitativ hochwertig, verlässlich und bezahlbar gestalten.“ 

Hintergrund:  

Die Studie des IW weist darauf hin, dass die vermeintlich niedrige Bedarfsquote der Eltern in Bayern (43 %) ein hausgemachtes Problem der Staatsregierung ist. Unattraktive Angebote und hohe Elternbeiträge hemmen die Inanspruchnahme. 

Ab August 2026 tritt der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbildung und -betreuung für Grundschulkinder stufenweise in Kraft. Die Studie „Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder“ des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt jedoch, dass insbesondere in Bayern noch ein erheblicher Ausbaubedarf besteht und die Betreuungsquote deutlich unter dem Niveau vieler anderer Bundesländer liegt. Laut Studie fehlen bis 2029 mindestens 42.300 Plätze für Grundschulkinder in Bayern – sollte die Inanspruchnahme steigen, beziffert die Studie den Mangel mit über 200.000 Plätzen.