Inneres | Recht

Drohnen über den Gefängnissen von Bayern

15. Januar 2026

Abwehrtechnik vorhanden, Austausch mit Polizei mangelhaft

Schriftliche Anfrage der Landtags-Grünen zeigt: 19 gemeldete Drohnenüberflüge im Jahr 2025 über Bayerns Justizvollzugsanstalten 

Neuigkeiten aus der Antwort der schriftlichen Anfrage

  • Acht Justizvollzugsanstalten in Bayern sind mit dem mobilen Drohnenabwehrsystem „Dropster“ ausgestattet.
  • Die Justizvollzugsanstalt Amberg ist zudem mit einem Drohnendetektionssystem ausgestattet.
  • Zahl der Überflüge steigt: 2025 wurden von den Justizvollzugsanstalten in Bayern 19 Drohnenüberflüge (Stand 29.12.2025) über oder nahe an Justizvollzugsanstalten gemeldet. Im Jahr 2024 waren es zwölf, 2023 wurden insgesamt sechs unerlaubte Überflüge gemeldet, im Jahr 2022 sieben unerlaubte Überflüge, im Jahr 2021 wurden zwei Überflüge und im Jahr 2020 neun Überflüge gemeldet.
  • Die technische Ausstattung stößt in der Praxis an Grenzen. „Dropster“ kam bislang nur ein einziges Mal in der JVA Straubing zum Einsatz – ohne Erfolg. Die über dem Anstaltsgelände gesichteten Drohnen konnten aufgrund ihrer großen Flughöhe nicht abgefangen werden. In anderen Fällen waren Drohnen nur wenige Minuten über dem Gelände, ein Einsatz der Abwehrtechnik war in dieser kurzen Zeit nicht möglich.  
  • Das Drohnendetektionssystem der Justizvollzugsanstalt Amberg ist seit August 2021 im Einsatz. Es wurden seither zwei Drohneneinflüge detektiert, beide Drohneneinflüge ereigneten sich 2023.
  • Aufgrund der Erfahrungen in der Justizvollzugsanstalt Amberg mit dem Drohnendetektionssystem wird aktuell die Justizvollzugsanstalt Straubing ebenfalls mit einem Drohnendetektionssystem ausgestattet. Die Anlage wird in der ersten Jahreshälfte 2026 in Betrieb genommen. Weitere Anschaffungen sind derzeit nicht beabsichtigt, da zunächst die Erfahrungen in Straubing abgewartet werden sollen.  
  • Keine weiteren Anschaffungen geplant. 

Aus der Antwort der Staatsregierung geht außerdem hervor, dass die von den Justizvollzugsanstalten eingesetzten Drohnenabwehr- und Detektionssysteme der Bayerischen Polizei bislang nicht bekannt sind und dort keine Verwendung finden. 

Auch zur Frage, ob sich diese Systeme zum Schutz anderer besonders gefährdeter Einrichtungen – etwa Verkehrsflughäfen – eignen, könne derzeit keine belastbare Aussage getroffen werden. 
 

Zitat Florian Siekmann, Sprecher für Inneres der Landtags-Grünen: 

"Erstmals legt die Söder-Regierung auf unsere Anfrage hin umfassende Zahlen zur Drohnenabwehr über Justizvollzugsanstalten vor. Dass die dort eingesetzten Systeme und Erfahrungen der Polizei bislang unbekannt sind, ist absolut unverständlich. Nach monatelangen Diskussionen zur Drohnenabwehr erwarte ich maximale Kooperation innerhalb der Regierung. Es zeigt sich einmal mehr, dass Söders markige Drohnen-Ankündigungen vor allem billiges Getöse waren. Um in Zukunft besser aufgestellt zu sein, sollten die Justizvollzugsanstalten auch in das neue Zentrum zur Drohnenabwehr einbezogen werden.“ 


Die steigende Zahl an Drohnenüberflügen zeigt deutlich, dass der Handlungsdruck wächst. Deshalb fordern die Landtags-Grünen eine bessere Verzahnung der Drohnenabwehr zwischen Justiz, Innenministerium und Sicherheitsbehörden, einen systematischen Austausch von Erfahrungen und Daten sowie eine gemeinsame Bewertung der eingesetzten Technik.