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Auch für den Toilettengang gilt Gleichstellung

12. Mai 2026

Landtags-Grünenantrag für gleiche Wartezeiten bei Toiletten

Wer auf Konzerte, Sportveranstaltungen oder ins Theater geht, kennt das Bild: Während Männer meist schnell wieder aus der Toilette kommen, stehen Frauen oft minutenlang in der Schlange. Genau dieses alltägliche Ungleichgewicht wollen die Landtags-Grünen jetzt ändern. 

Der Ausschuss für Wohnen, Bau und Verkehr im bayerischen Landtag behandelt am Dienstag, 19. Mai, den Antrag der Landtags-Grünen „Frauen müssen übrigens auch mal – Änderung der Versammlungsstättenverordnung“. Ziel ist eine Anpassung der Bayerischen Versammlungsstättenverordnung: Künftig soll in Versammlungsstätten eine gleiche Anzahl an Toilettenanlagen für Damen und Herren vorgeschrieben werden.  
Hintergrund ist die bisherige Regelung in § 12 der Versammlungsstättenverordnung. Diese schreibt zwar eine bestimmte Zahl an Toiletten vor, sorgt in der Praxis aber regelmäßig für deutlich längere Wartezeiten für Frauen. Das betrifft längst nicht nur Komfortfragen, sondern auch Fragen von Gleichstellung, Teilhabe und Alltagstauglichkeit.  

Die Regelung soll insbesondere für große Veranstaltungsorte wie Stadien, Konzerthallen, Theater oder größere Kinos gelten. Kleine Gaststätten oder Kneipen wären nicht betroffen. Zudem zielt der Vorschlag vor allem auf künftige Planungen sowie auf ohnehin anstehende Umbaumaßnahmen ab.  

Julia Post, Sprecherin für Frauen der Landtags-Grünen, erklärt dazu: 

„Die bisherige Regelung stammt aus einer Zeit, in der solche Unterschiede schlicht ignoriert wurden. Heute wissen wir: Gute Infrastruktur muss für alle Menschen funktionieren – und dazu gehören auch faire Toilettenkapazitäten. Was oft belächelt wird, ist für viele Frauen ein ganz reales Alltagsproblem. Gerade an solchen scheinbar kleinen Fragen zeigt sich, ob öffentliche Räume wirklich für alle gleich gut funktionieren."