Landarztberuf: Fördern statt verpflichten

Christina Haubrich: „Landarztquote mit Verpflichtungscharakter ist nicht der richtige Weg, um junge Menschen für den Beruf zu begeistern

17. Februar 2020

„Die Landarztquote unter den jetzigen Bedingungen ist nicht der richtige Weg, um junge Menschen für den Beruf zu begeistern“, kommentiert die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Christina Haubrich, die Meldung*, dass es bisher nur 62 Anmeldungen bei 110 vorhandenen Studienplätzen (Bewerbungsfrist Ende Februar) gibt. „Es ist einfach unrealistisch zu glauben, dass sich junge Erwachsene für die nachfolgenden 22 Jahre – Studium plus Facharztausbildung plus zehn Jahre Bindung in ländlichen Regionen – festlegen, um einen Studienplatz zu erhalten. Um den Landarztberuf attraktiver zu machen, braucht es weniger Zwang und angedrohte Strafzahlungen, sondern umfassende Maßnahmen.“

Priorität der Landtags-Grünen ist es, die wohnortnahe Gesundheitsversorgung auf dem Land und in der Stadt zu sichern. „Es dauert lang, bis die Landarztquote greift. Wir müssen aber jetzt etwas tun“, so Christina Haubrich. „Das heißt: Anzahl der Medizinstudienplätze erhöhen und Kooperationen zwischen Universitäten und ländlichen Kliniken schaffen.“ Zudem fordern die Landtags-Grünen neben mehr Medizinstudienplätzen auch, dass ein Studieneignungstest, eine vorliegende Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf oder eine spezifische ehrenamtliche Tätigkeit generell bei der Vergabe aller zur Verfügung stehender Studienplätze berücksichtigt werden.

*https://www.br.de/nachrichten/meldung/in-bayern-werden-noch-bewerber-fuer-landarzt-studienplaetze-gesucht,300299908