Finanzen | Haushalt

18 Millionen für Panda-Gehege - Folgekosten unklar

13. März 2026

Haushaltsplanung bis zum nächsten Foto

Kurz bevor in den Haushaltsberatungen am 16. März 2026 die Themen Tourismus und Wirtschaft behandelt werden, erhöhen die Landtags-Grünen beim geplanten Panda-Projekt den Druck auf die Staatsregierung. 

Claudia Köhler, Sprecherin für Haushalt der Landtags-Grünen, erklärt:  

„Zwei Pandabären teuer ausleihen, Millionen Euro für ein Gehege ausgeben, aber nicht sagen, welche Folgekosten noch auf Bayern zukommen. Das geht nicht! Showpolitik, während wichtige Aufgaben weiter warten müssen und die Staatsregierung gleichzeitig Budgets zusammenkürzt – das ist keine gute Landespolitik. 

Seriöse Haushaltsplanung denkt weiter als bis zum nächsten Foto. Erst müssen die Kosten vollständig auf den Tisch, dann kann über die Freigabe der Mittel entschieden werden.“ 

Im Haushalt sollen für die Jahre 2026 und 2027 jeweils neun Millionen Euro für den Bau eines Panda-Geheges bereitgestellt werden insgesamt also 18 Millionen Euro. Die Landtags-Grünen beantragen deshalb im Haushaltsausschuss, diese Mittel vorerst zu sperren, bis die Staatsregierung sämtliche Folgekosten transparent offenlegt. 

Aus einer Anfrage der Landtags-Grünen ging hervor, dass das Gehege über den Haushaltstitel „Maßnahmen zur Förderung des Tourismus einschließlich Saisonverlängerung“ finanziert werden soll. Aus demselben Titel wird normalerweise die touristische Infrastruktur der Kommunen über die RÖFE-Richtlinien gefördert. Pikant: Für das Panda-Projekt sollen diese Vorgaben jedoch ausdrücklich nicht gelten. 

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Fördersatz im Rahmen der RÖFE lag in den vergangenen fünf Jahren bei rund 56 Prozent. Beim Panda-Projekt übernimmt der Freistaat die Baukosten als Einzelfallförderung nach Art. 23 und 44 BayHO. 

Christian Zwanziger, Sprecher für Tourismus, macht klar:  

„Die Pandas in München sind vor allem eines: ein teures Prestigeprojekt von Markus Söder, aber kaum ein Beitrag zu einer sinnvollen Tourismusförderung. Während viele Kommunen im Freistaat um jeden Euro für den Ausbau und die Pflege ihrer touristischen Infrastruktur kämpfen, fließen hier Millionen in die Landeshauptstadt. 

Wie viel öffentliches Geld zusätzlich an chinesische Stellen geht, hält die Staatsregierung weiterhin unter Verschluss. Auf unsere Beschwerde haben wir bislang keine Antwort, geschweige denn konkrete Zahlen erhalten. Beim Einsatz öffentlicher Gelder braucht es Transparenz, keine Geheimniskrämerei!“ 

Neben den Baukosten könnten zusätzlich erhebliche laufende Kosten entstehen. Üblicherweise verlangt China für Große Pandas eine Artenschutzgebühr von rund 500.000 Euro pro Tier und Jahr. Bei zwei Tieren und einer Leihdauer von zehn Jahren könnten so zusätzliche Kosten von bis zu 10 Millionen Euro anfallen. Wer diese Summe ab 2028 tragen soll, bleibt nach Angaben der Staatsregierung bislang offen. 

Die Landtags-Grünen fordern außerdem, dass der Vertrag mit der China Wildlife Conservation Association (CWCA) sowie eine vollständige Übersicht über die zu erwartenden Folgekosten dem Landtag vorgelegt werden.