Bayern

Energieversorgung: Nur Unabhängigkeit macht uns souverän!

Ludwig Hartmann zur bayerischen Energiepolitik in der Zeit des Ukrainekriegs und danach.

Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Landtags-Grünen, kommentiert die Ergebnisse der heutigen Sitzung des bayerischen Kabinetts zum Thema Energieversorgung in der Zeit des Ukrainekriegs und danach: 

„Wichtig ist jetzt bei aller Dramatik der aktuellen Situation, einen kühlen Kopf zu bewahren! Ja, wir stehen vor wirklich gewaltigen Herausforderungen. Für die aktuelle Heizperiode ist der Gasbedarf der Privathaushalte allerdings gesichert. Mit Gas heizen wir Wohnungen oder befeuern energieintensive Prozesse in der Industrie. Das kann Atomstrom nicht leisten – Söder setzt hier aufs falsche Instrument! Die Wahrheit ist: Die drei in Deutschland noch laufenden AKWs können Ausfälle bei Gas nicht ansatzweise decken. Außerdem sind Sicherheitsanforderungen über 2022 hinaus nicht gegeben. Hier würden Nachrüstungen an den Kraftwerken und neue Zwischenlager nötig. Auch neue Brennelemente für den Weiterbetrieb können wir nicht von der Stange kaufen, Atomkraftwerke würden uns im nächsten Winter kaum weiterhelfen. Deshalb ist eine Laufzeitverlängerung für hochgefährliche Atomkraftwerke eine Scheindebatte auf Basis sachlicher Unkenntnis. Das hat die Prüfung im zuständigen Bundesministerium bereits bestätigt.“

„Völlig unbeantwortet lässt der Ministerpräsident, was Bayern ganz konkret zur Versorgungssicherheit und Energieunabhängigkeit beiträgt. Die ,Energiekrise‘ findet an der Zapfsäule oder im Heizungskeller statt. Es muss eine Effizienzoffensive losgetreten werden: Beratungsangebote für alle Haushalte mit Gas- und Ölheizungen zum Beispiel, können den Verbrauch um einige Prozent bayernweit verringern. Wir Grüne geben einen klaren Weg vor: Wind und Sonnenenergie massiv ausbauen!“