Energie | Klima

Zum Besuch des Ministerpräsidenten auf der Zugspitze

14. Oktober 2026

Handeln statt Gipfelfotos

Zum Besuch des Ministerpräsidenten auf der Zugspitze: Landtags-Grüne fordern konkrete Maßnahmen zum Schutz der Alpen und Festhalten am Klimaziel 2040

Bayerns Gletscher sterben, der Permafrost taut, die Berge werden instabiler. Erst im September stürzten rund 13.800 Kubikmeter Gestein an der Zugspitze ab. Zum heutigen Besuch von Ministerpräsident Markus Söder und Umweltminister Thorsten Glauber auf Deutschlands höchstem Berg fordern die Landtags-Grünen einen entschiedenen Kurswechsel beim Klimaschutz und konkrete Maßnahmen zum Schutz der Alpen. 

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen: 

„Markus Söder bestaunt oben auf der Zugspitze sterbende Gletscher und bröckelnde Berge und unten in München hackt er das eigene Klimaziel 2040 mit der Axt ab – das ist doch absurd! Ganze Felswände brechen weg, Bergwege werden gefährlicher, unsere bayerischen Berge verändern sich dramatisch. Das alles passiert immer schneller.  

Und was tut die Staatsregierung? Sie legt den Rückwärtsgang ein und überfährt jegliche Ambitionen, die sie im Umgang mit der Klimakrise mal hatte. 

Ich kann nur hoffen, dass der Wind an der Zugspitze heute Herrn Söder eine wichtige Erkenntnis ins Gehirn bläst: Wer unsere bayerischen Berge liebt, muss sie auch schützen. 

Wir haben gemeinsam mit Wissenschaft, Naturschutz und Bergsport längst konkrete Vorschläge gemacht: ein klares Bekenntnis zum Klimaziel 2040, mit Wind und Sonne endlich mehr Tempo beim Klimaschutz machen, Bergwälder stärken, die Bergrettung besser absichern und unseren Tourismus fit für die Zukunft machen.  

Die Lösungen liegen auf dem Tisch, Herr Söder, packen Sie es an! Unsere Berge brauchen entschlossenes Handeln statt noch mehr Gipfelfotos.“ 

Im August 2025 haben die Landtags-Grünen gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Wissenschaft, Bergsport, Naturschutz und Politik auf der Zugspitze eine Resolution zum Schutz der Alpen verabschiedet.

Die konkreten Forderungen lauten: 

  • Am Klimaziel 2040 festhalten: den Ausbau von Wind- und Solarenergie vorantreiben, den CO₂-Ausstoß konsequent senken und natürliche CO₂-Speicher wie Wälder und Moore stärken. 
  • Bergwälder und Wasserressourcen schützen: Den Bergwaldbeschluss konsequent umsetzen, Bergwälder widerstandsfähiger machen, Moore und Auen renaturieren und den natürlichen Wasserrückhalt verbessern. 
  • Bergsport und Bergrettung stärken: naturverträgliche Wanderwege, Klettersteige und Bike-Trails fördern. Ehrenamtliche Einsatzkräfte der Bergwacht bei Aus- und Fortbildungen durch Freistellung und Lohnfortzahlung besser absichern. 
  • Tourismus zukunftsfähig machen: naturverträglichen Ganzjahrestourismus, gute Bus- und Bahnverbindungen sowie Besucherlenkung stärken. Öffentliche Fördergelder gezielt für nachhaltige Angebote statt für den Neu- und Ausbau von Beschneiungsanlagen einsetzen. 
  • Alpine Natur bewahren: Alpenplan und Alpenkonvention konsequent umsetzen, empfindliche Lebensräume schützen und bisher unerschlossene Bergregionen vor zusätzlicher touristischer Erschließung bewahren. 

Hintergrund: 

Am 7. August 2025 wurde auf der Zugspitze die Resolution „Unsere Gletscher, unsere Berge: Heimat bewahren!“ vorgestellt. Zu den Unterzeichnenden gehören die Landtags-Grünen, BUND Naturschutz, LBV, CIPRA Deutschland, Mountain Wilderness, NaturFreunde Bayern, Protect Our Winters Germany, die BayernSPD und die ÖDP sowie der Gletscherforscher Prof. Dr. Wilfried Hagg und der frühere Olympiasieger Thomas Müller. 

Resolution „Unsere Gletscher, unsere Berge: Heimat bewahren!“ 

Alle Informationen: https://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/umwelt-natur/gletscher-gipfel-auf-der-zugspitze/