Energie | Klima

Unabhängig. Bezahlbar. Bayerisch.

08. Juni 2026

Freiheitsrevolution aus Steckdose & Speicher

Die Krisen auf den internationalen Öl- und Gasmärkten machen deutlich, wie verletzlich Bayern durch seine Abhängigkeit von fossilen Energieimporten geblieben ist. Steigende Preise, fragile Lieferketten und geopolitische Konflikte zeigen: Öl und Gas gefährden nicht nur das Klima, sondern auch unsere gesellschaftliche Resilienz und wirtschaftliche Stabilität. Gerade jetzt braucht es daher einen konsequenten und beschleunigten Ausbau unserer Freiheitsenergien und der dafür notwendigen Infrastruktur. Die Landtags-Grünen fordern daher, die nächsten Schritte der Energiewende konsequent zu gehen.  

Mit folgenden Maßnahmen wollen die Landtags-Grünen die Freiheitsenergien im Freistaat voranbringen und dabei die Menschen und Unternehmen entlasten: 

1. Das erste Grüne Wasserstoffkraftwerk nach Bayern holen  

Bayern soll Vorreiter beim Einstieg in grüne Wasserstoffkraftwerke sein, die mit Strom aus Sonne und Wind betrieben werden. Wasserstoffsprinterkraftwerke sollen ausgeschrieben werden, um anschließend das erste grüne Kraftwerk nach Bayern zu holen. Ein wichtiger Schritt weg von teuren, importabhängigen Erdgaskraftwerken, hin zu einer flexiblen, zukunftsfähigen und klimaneutralen Energieversorgung für die Industrie in Bayern. Gleichzeitig soll dadurch der Aufbau einer eigenen Wasserstoff-Infrastruktur für Bayern beschleunigt werden. 

2. Wenn die Sonne liefert, profitieren alle: Kostenlosen Mittagsstrom zur Verfügung stellen 

Wenn im Sommer besonders viel Solarstrom produziert wird, sinken die Strompreise mittags häufig bis in den negativen Bereich. Diese Freiheitsenergie wollen wir direkt an die Menschen und Unternehmen weitergeben: Bis zu drei Stunden kostenloser Mittags-Solarstrom täglich sollen in diesen Zeiten möglich werden. So entlasten wir Haushalte und Betriebe konkret im Alltag und schaffen gleichzeitig Anreize, Strom dann zu nutzen, wenn er klimafreundlich und im Überfluss vorhanden ist – etwa zum Laden von E-Autos, für Wärmepumpen oder industrielle Prozesse. Das stärkt die Flexibilität im Energiesystem, entlastet die Stromnetze und beschleunigt die Digitalisierung der Energiewende durch den Ausbau intelligenter Stromzähler. 

3. Städte zu Solarkraftwerken machen: Photovoltaik auf jedes Dach 

Die Förderung von kleinen Photovoltaikanlagen (bis 25 KW) in Form der Einspeisevergütung muss beibehalten bleiben und sollte nur schrittweise an den Markt herangeführt werden. Ein abruptes Ende der Förderung, wie es Katherina Reiche plant, schadet den Menschen insbesondere in Bayern, da der Freistaat als Sonnenland sehr vom PV-Ausbau profitiert. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist für viele Menschen der Einstieg in eine nachhaltige Energieversorgung und löst oftmals weitere Investitionen, unter anderem in Wärmepumpe oder in Elektroautos, aus, die unser Klima schützen, uns unabhängiger machen und die lokale Wertschöpfung erhöhen. Insbesondere für städtische, dichtbesiedelte Regionen gibt es noch große Potentiale, die genutzt werden können. Komplexe Gebäudestrukturen und damit verbundene höhere Kosten müssen hier besonders berücksichtigt werden. Wir fordern deshalb die Staatsregierung dazu auf, sich für die Beibehaltung der Einspeisevergütung für PV-Anlagen bis 25 KW auf Geschosswohnungsbau und im Zusammenhang mit Mieterstrommodellen einzusetzen.  

4. Freiheitsenergien nutzen statt abregeln: Solartankstellen entlang Bayerns Autobahnen etablieren 

Die Landtags-Grünen wollen den Aufbau von Solartankstellen entlang Autobahnen und Staatstraßen in Bayern gezielt fördern – mit Solarstrom, Batteriespeichern und intelligenter Ladeinfrastruktur als Beitrag zu Versorgungssicherheit, Klimaschutz und moderner Mobilität. Dabei sollen auch bestehende Flächen entlang der Straßen (welche sich oft im Besitz des Staates) befinden verstärkt für Freiflächen-Photovoltaik in Kombination einer Solartankstelle genutzt werden. 

Wirtschaftsminister Aiwanger hat nun ein Förderprogramm für Ladesäulen angekündigt. Unser Antrag von vor zwei Monaten und unser Antrag zum Haushalt zum Thema E-Ladesäulen haben also gefruchtet. Wichtig ist jetzt aber, dass speziell auch noch staatliche Liegenschaften geprüft werden. 

5. Freiheitsenergien vor Ort speichern statt abregeln: Grünstromspeicher ausbauen  

Noch immer geht in Bayern wertvoller Sonnen- und Windstrom verloren, weil Anlagen aus Netzgründen abgeregelt werden. Das darf nicht so bleiben. Ökostromspeicher können überschüssigen Strom aufnehmen und später wieder ans Netz zurückgeben. So können wir die Energieversorgung stabilisieren und günstigen Strom aus Freiheitsenergien besser nutzbar machen. Dafür braucht es stärkere Förderungen für die Nachrüstung von Speichern sowie den Abbau unnötiger Regularien.  

6. Biogas für Bayerns Notstrom in die EEG-Ausschreibungen bringen 

Biogasanlagen sind ein zentraler Baustein für eine unabhängige, günstige und klimafreundliche Energieversorgung – und wichtig für die Netzstabilität. Sie können dann Strom liefern, wenn Wind und Sonne mal nicht verfügbar sind. Sie kaputtzusparen und ihren Bestand zu reduzieren, ist energiepolitisch nicht nachvollziehbar – ein massiver Rückschritt wie es der Bund aktuell plant, wäre fatal. Der fossile Kurs von Ministerin Reiche gefährdet massiv bayerische Interessen.  

Bayern muss sich auf Bundesebene für bessere Ausschreibungsbedingungen einsetzen, damit bestehende Anlagen erhalten bleiben und flexibler eingesetzt werden können. Im Detail heißt das, dass die Ausschreibungsvolumina für Biomasse im Rahmen der geplanten Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) auf jeweils mindestens 1.500 MW für die Jahre 2027 und 2028 angehoben werden. Außerdem brauchen wir mittelfristig eine Umstellung auf die Bemessungsleistung, damit der Flexibilisierung der Anlagen keine künstlichen Schranken gesetzt werden. 

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende, fordert:

“Wir stecken mitten in einer fossilen Energiekrise, die das Leben teurer macht. Wir können uns davon befreien, wenn die Konservativen in Regierungsverantwortung endlich mit vollem Einsatz die Erneuerbaren Energien weiter ausbauen. Denn diese sind wirkliche Freiheitsenergien. Sie machen uns unabhängig von Öl und Gas und sorgen dafür, dass nicht Milliarden an Autokraten und Diktatoren überwiesen werden, sondern die Wertschöpfung vor Ort bleibt. Neben dem schnelleren Ausbau von Wind- und Sonne und die Investitionen in Netze und Speicher gilt es dafür zu sorgen, dass die Menschen den Nutzen der Energiewende direkt im Geldbeutel spüren. Genau dafür steht unser Vorschlag des kostenlosen Mittagsstrom.  

Wenn die Sonne mittags besonders viel Strom liefert, sollen die Menschen direkt davon profitieren. Statt negativer Börsenpreise wollen wir kostenlosen Mittagsstrom für Haushalte und Unternehmen ermöglichen. Statt erneuerbare Energie abzuregeln, wollen wir sie sinnvoll nutzen. Kostenloser Mittagsstrom macht aus Stromüberschüssen einen Vorteil für alle. 

So entlasten wir Haushalte und Betriebe konkret im Alltag und schaffen gleichzeitig Anreize, Strom dann zu nutzen, wenn er klimafreundlich und im Überfluss vorhanden ist – etwa zum Laden von E-Autos, für Wärmepumpen oder industrielle Prozesse. Das stärkt die Flexibilität im Energiesystem, entlastet die Stromnetze und beschleunigt die Digitalisierung der Energiewende durch den Ausbau intelligenter Stromzähler.” 

Martin Stümpfig, Sprecher für Energie und Klima, erklärt:

 “Wir zeigen einen besseren Weg für Bayern auf: Grüner Wasserstoff für die Industrie, Batteriespeicher für überschüssigen Strom aus Sonne und Wind und Biogas als Reserve für Dunkelflauten. Das sind echte Freiheitsenergien – sauber, bezahlbar und unabhängig von fossilen Importen. 

Speicher sind in der zweiten Phase der Energiewende, in der wir uns befinden, sehr wichtig. Mit unseren initiativen Wasserstoffkraftwerke, Batteriespeicher und flexible Biogasananlagen setzen wir genau da an. Auf die Wichtigkeit der Wasserstoffkraftwerke ist Katharina Schulze bereits eingegangen. Batteriespeicher ermöglichen uns den Strom in Überschusszeiten nicht abzuregeln, sondern zwischenzuspeichern und in verbrauchsintensiven Zeiten einzusetzen. Genau das wird Grünstromspeichern derzeit aber verwehrt. Wenn die Solaranlage abgeregelt wird wegen Netzengpässen, darf sie auch nichts zwischenspeichern. Das muss sich ändern.  

Flexible Biogasanlagen produzieren dann Strom, wenn er gebraucht wird. Wir wollen den Bestand der 2700 Anlagen in Bayern erhalten und sie flexibilisieren. Dafür müssen die Ausschreibungsmengen für 2027 und 2028 verdreifacht werden.  

Wer Versorgungssicherheit will, muss endlich in die Energie von morgen investieren, nicht Milliarden in die Abhängigkeiten von gestern stecken.“