Energie | Klima

Markus Söders Mini-Atomkraft als Irrweg

19. März 2026

Anfrage der Grünen zeigt fehlende Wirtschaftlichkeit, ungeklärte Technik und kein industrielles Interesse

Kein Energieversorgungsunternehmen ist am Bau für von Markus Söders geforderten Mini-Atomkraftwerken interessiert, wie eine Antwort der Bayerischen Staatsregierung auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig zeigt.

Während Ministerpräsident Söder immer wieder den Bau von Small Modular Reactors (SMR) als „kostengünstige Energiequelle“ fordert, kann das Bayerische Wirtschaftsministerium keinerlei Aussage tätigen, ob sich derartige Mini-Meiler tatsächlich lohnen würden. Auch wie sie technisch umgesetzt werden könnten, ist mehr als fraglich. Keine Expertin oder kein Experte wurde bislang hinsichtlich der technischen oder wirtschaftlichen Machbarkeit seitens der Söder-Regierung zurate gezogen. Auch eine Klarstellung, inwiefern der Ministerpräsident Kenntnis davon hatte, dass der als Vorbild für die Staatsregierung genannte Mini-Reaktor „McMaster“ in Kanada bereits über 60 Jahre alt ist und bis heute noch keine Kilowattstunde Strom erzeugt hat, blieb die Staatsregierung schuldig.

„Die Antworten der Staatsregierung zu den Mini-Atom-Plänen von Markus Söder sind eine einzige Offenbarung. Er hat keinerlei Plan, wie und wo sich solche Mini-Atom-Reaktoren überhaupt technisch umsetzen lassen. Es ist das nächste Kapitel in Söders gefährlichen Atomfantasien. Wer Verantwortung für kommende Generationen ernst nimmt, sollte in Technologien investieren, die heute wirksam zum Klimaschutz beitragen und Versorgungssicherheit schaffen. Statt auf gefährliche Atomkonzepte zu setzen, braucht Bayern jetzt den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien, leistungsfähige Stromnetze, Batteriespeicher und grüne Wasserstoffkraftwerke,”

erklärt der Sprecher für Energie der Grünen Landtagsfraktion in Bayern, Martin Stümpfig

Martin Stümpfig weiter:

„Der vor allem von der CSU losgetretene Streit um einen Neueinstieg in die Atomkraft wirkt wie eine Spiegelfechterei. Die von Ministerpräsident Markus Söder so inbrünstig herbeigesehnten ‚Mini-Reaktoren‘ keinen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Für eine zukunftsfähige Energiepolitik braucht es Transparenz, wissenschaftliche Fundierung und einen klaren Fokus auf Lösungen, die tatsächlich verfügbar und skalierbar sind. Mini-Atomreaktoren erfüllen diese Kriterien nicht. Gleichzeitig bleiben die bekannten Risiken der Atomenergie – von Sicherheitsfragen bis zur Endlagerung – auch bei kleineren Reaktoren bestehen.“