Energie | Klima

Schluss mit der Windkraft-Blockade im Süden – Südquote jetzt!

15. September 2026

Resolution appelliert an Bayerische Staatsregierung und Bund – mindestens 10 Gigawatt zusätzliche Windleistung im Süden

„In Bayern stehen hunderte genehmigte Windräder in den Startlöchern – aber das derzeitige Ausschreibungssystem bremst sie aus. Das ist energiepolitisch unsinnig und wirtschaftlich teuer“,

sagt Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende. Gemeinsam mit Unternehmen, Wirtschafts- und Fachverbänden sowie weiteren Partnern fordert sie deshalb in einer Resolution für faire Windchancen im Süden eine grundlegende Änderung der bundesweiten Windkraft-Ausschreibungen. 

Allein in Bayern sind inzwischen mehr als 300 Windenergieanlagen genehmigt, aber noch nicht gebaut. Über 700 weitere befinden sich im Genehmigungsverfahren. Trotzdem gehen bei den bundesweiten EEG-Ausschreibungen nur wenige Zuschläge in den Süden: Bei der jüngsten Ausschreibung erhielten lediglich acht Windkraftanlagen aus Bayern und neun aus Baden-Württemberg einen Zuschlag. 

 Die Unterzeichner*innen der Resolution fordern deshalb:  

  • eine Südquote für Windenergie: Im EEG 2027 soll ein eigenständiges Ausschreibungssegment für Windenergie in Süddeutschland geschaffen werden;
  • mindestens 10 Gigawatt zusätzliche Windleistung im Süden: In den nächsten beiden Jahren, bis Ende 2028 soll der Bund eine zusätzliche Ausschreibungsmenge von mindestens 10 Gigawatt für Süddeutschland ermöglichen;
  • verlässliche Investitions- und Planungssicherheit: Unternehmen, kommunale Projektträger, Energiegenossenschaften, Stadtwerke und weitere Akteure brauchen über mehrere Jahre stabile Rahmenbedingungen für bereits entwickelte und genehmigte Projekte. 


Katharina Schulze:

„Es kann doch nicht sein, dass Kommunen, Unternehmen und Projektentwickler jahrelang planen, Genehmigungen erteilen und investieren – und am Ende werden die Windräder nicht gebaut, weil sie im bundesweiten Ausschreibungssystem kaum eine Chance haben. Jetzt ist die CSU gefordert: Markus Söder muss sich in Berlin bei Wirtschaftsministerin Katherina Reiche durchsetzen. Das EEG 2027 braucht eine Südquote und ausreichend zusätzliche Ausschreibungsmengen, damit aus genehmigten Windrädern endlich gebaute werden.”  


Martin Stümpfig, Sprecher für Energie der Landtags-Grünen, betont:

„Durch ausreichend Windräder im Süden sparen wir deutschlandweit knapp zwei Milliarden Euro an Stromnetzkosten, da die Windräder dort stehen, wo die größten Verbraucher sind. Eine Südquote macht unser Energiesystem damit nicht nur günstiger, sondern auch robuster: Gerade Bayern hat starke Industriestandorte mit hohem Strombedarf. Es ist schlicht vernünftig, einen größeren Teil dieser Energie auch dort zu erzeugen, statt immer mehr Strom über weite Strecken quer durch Deutschland zu transportieren.“ 

Ein stärkerer Windkraftausbau im Süden kann zudem erhebliche Kosten im Stromsystem vermeiden. Nach einer Kurzstudie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft könnten bis 2030 jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro zusätzliche Redispatchkosten vermieden werden, wenn rund 10 Gigawatt Windleistung statt zusätzlich im Norden in Bayern und Baden-Württemberg errichtet werden. Gleichzeitig würde weniger Strom aufgrund von Netzengpässen abgeregelt.

Markus Käser, Vorstandsvorsitzender Bürgerenergie Bayern e.V.:  

 „Es kann nicht sein, dass wir in Bayern jahrelang um jedes Windrad kämpfen, Flächen ausweisen, Genehmigungen erteilen und Bürger vor Ort Millionen investieren – und anschließend verhindert das Ausschreibungssystem, dass diese Anlagen gebaut werden. Wenn jetzt sogar das europarechtliche Argument gegen eine Südquote vom Tisch ist, gibt es keine Ausrede mehr. Bayern muss in Berlin ein Südsegment durchsetzen und der Bund muss es im EEG verankern. Wir brauchen Windstrom dort, wo wir ihn verbrauchen – statt Windräder im Norden abzuregeln und im Süden fossile Kraftwerke hochzufahren.“  


Dr. Bernd Wust, Landesvorsitzender Bayern, Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) / German Wind Energy Association:

„Die Wirtschaft im Süden braucht Windstrom, um erfolgreich zu Dekarbonisieren. Der gegenwärtige nordlastige Zubau erhöht die Kosten im Gesamtsystem erheblich. Wir müssen deswegen jetzt die richtigen Stellschrauben für die räumliche Steuerung im EEG bedienen. Eine Südausschreibung Wind bringt die Mengen zielgerichtet und wettbewerblich nach Süden!“  


Jürgen Joos, Geschäftsführer FUCHS Europoles Wind GmbH:

„Die Südquote ist ein zentraler Schlüssel, damit genehmigte Windenergieprojekte in Bayern tatsächlich realisiert und die Versorgungssicherheit im Süden gestärkt werden können. Auch für uns als bayerischer Hybridturmhersteller und Projektentwickler ist eine starke Windenergiebranche im Süden die Grundlage, um weiter in die Region zu investieren, Arbeitsplätze zu schaffen und die regionale Wertschöpfung sowie Energieversorgung nachhaltig zu stärken.“ 


Heinrich Gärtner, Mitgründer der GP JOULE Gruppe und Geschäftsführer der GP JOULE Wärme:  

„In Bayern sind viele Windenergieprojekte bereits genehmigt oder weit entwickelt. Was fehlt, sind faire Rahmenbedingungen, damit diese Projekte auch umgesetzt werden können. Eine Südquote würde Investitionen absichern, regionale Wertschöpfung stärken und gleichzeitig dazu beitragen, die Energieversorgung dort auszubauen, wo der Strom gebraucht wird.“  


Katrin Held, Geschäftsführerin Naturenergie Zeilinger GmbH:

„Viele Kommunen haben sich gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern auf den Weg gemacht, ihre Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Bayern hat bei Planung und Genehmigung kräftig aufs Gaspedal gedrückt – und jetzt droht aus Berlin kurz vor dem Ziel die Vollbremsung. Wer Bürgerenergie und regionale Wertschöpfung will, muss dafür sorgen, dass aus genehmigten Projekten am Ende auch tatsächlich Windräder werden.“ 


Amir Roughani, Gründer und Geschäftsführer von Vispiron GmbH:

„Bayerns wirtschaftlicher Erfolg beruhte immer darauf, dass die Infrastruktur mit den Ambitionen seiner Unternehmen wachsen konnte. Im Zeitalter von KI, Elektrifizierung und neuer Industrie wird Energie zu einer der entscheidenden Infrastrukturen. Am Ende entscheidet nicht unsere Ambition darüber, welche Industrien sich in Bayern ansiedeln, sondern ob wir ihnen ausreichend bezahlbare und unabhängige Energie zur Verfügung stellen können. Wer die wirtschaftliche Zukunft Bayerns sichern will, muss deshalb heute Erzeugung, Speicher und Netze schaffen, die diese Zukunft überhaupt möglich machen.“ 


Für die Unterzeichner*innen ist Windenergie zugleich ein zentraler Standortfaktor. Eine sichere und bezahlbare, zunehmend heimische Stromversorgung stärkt Unternehmen, Industrie und Mittelstand. Der Ausbau der Erneuerbaren schafft Aufträge, stärkt regionale Wertschöpfungsketten und eröffnet neue Perspektiven für Kommunen und ländliche Räume. Gerade Bayern verfügt über starke industrielle Strukturen und einen entsprechend hohen Strombedarf. 

„Wir haben in Bayern die Projekte, die Unternehmen, die Kommunen und die Menschen, die loslegen wollen. Jetzt braucht es endlich die passenden Rahmenbedingungen“,

sagt Lisa Badum, Sprecherin für Klimapolitik der Grünen im Bundestag.

„Es reicht nicht, wenn Markus Söder sich in Sonntagsreden zur Südquote bekennt, dann aber nichts passiert. Wir erwarten von der Bayerischen Staatsregierung, dass sie sich in Berlin mit voller Kraft für eine Südquote einsetzt. Bayern verdient faire Windchancen.“ 

Die Resolution appelliert deshalb an die Bayerische Staatsregierung, sich auf Bundesebene gemeinsam mit anderen süddeutschen Ländern für eine Südquote beziehungsweise ein eigenständiges Ausschreibungssegment einzusetzen und mindestens 10 Gigawatt zusätzliche Windenergie im Süden zu ermöglichen. Ziel ist es, bereits geleistete Planungsarbeit zu nutzen, Investitionen zu sichern, regionale Wertschöpfung zu stärken und Deutschlands Energieversorgung resilienter und unabhängiger zu machen. 

Die Resolution sowie die Liste aller Unterzeichner*innen finden Sie hier. 


Hinweis:

Die Landtags-Grünen haben aktuell zudem eine Anfrage gestellt bezüglich der Aktivitäten der Staatsregierung und des Ministerpräsidenten hinsichtlich der Ausschreibungen Windenergie für Süddeutschland und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2027.