Energie | Klima
Rekord-Tiefstände in unseren Gasspeichern
23. Februar 2026
Grüne wollen Aiwanger vor Wirtschaftsausschuss zitieren
Rekord -Tiefstände in unseren bayerischen und deutschen Gasspeichern und ein Ende es Winters ist nicht in Sicht. Die bayerischen Erdgasspeicher sind dabei besonders leer. Selbst mitten in der Energiekrise im Winter 2021/ 2022 waren sie mit über 9 TWH Gas noch voller. Derzeit sind wir bei rund 7 TWh Gasfüllung.
“Die aktuell alarmierend niedrigen Füllstände der bayerischen Erdgasspeicher machen deutlich, wie verletzlich das fossile Energiesystem weiterhin ist. Der Füllstand von rund 20 % liegt erheblich unter dem Niveau der Vorjahre.¹ Im Vergleichszeitraumletztes Jahr sanken die Speicherfüllstand nochmal um 14 % bis Ende März – dann wären wir heuer bei Nahe Null”,
stellt Martin Stümpfig, energiepolitischer Sprecher der Landtags-Grünen fest. Erste Gasspeicher wie in Wolfersberg stehen bereits kurz vor einem Leerstand, wie eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Lisa Badum zeigt.
“Statt entschlossen gegenzusteuern, fehlt es sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene an wirksamen Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation. Mit der Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 durch die neue Bundesregierung wurde ein zentrales Instrument zur Absicherung der Speicherbefüllung aufgegeben, die 2022 eingeführt wurde”,
kritisiert Stümpfig.
Es hatte sich gezeigt, dass der freie Markt alleine die Versorgungsicherheit nicht sicherstellen kann. Die Trading Hub Europe wurde mit umfassenden Möglichkeiten ausgestattet und der Aufgabe die Befüllung der Speicher sicherzustellen. Versorgungssicherheut ist aber nicht Prio 1 bei der neuen Bundesregierung. Wirtschaftsministerin Reiche hat der Trading Hub bisher keine Freigabe erteilt, um eigenständiges Gas einzukaufen und einzuspeichern, wie es unter der Vorgängerregierung üblich war. Sie hat gepokert auf günstigere Gaspreise und verloren. Die Versorgungssicherheit ist aber kein Pokerspiel, Frau Reiche”,
meint Stümpfig.
Die Folge ist ein weiteres Leerlaufen der Gasspeicher und eine wachsende Abhängigkeit von importiertem LNG. Diese Entwicklung steht im klaren Widerspruch zu den Zielen von Klimaschutz, Resilienz und echter Energieunabhängigkeit.
“Aus diesem Grund fordere ich Wirtschaftsminister Aiwanger zur aktuellen Situation im Wirtschaftsausschuss Stellung zu beziehen – ein entsprechender Antrag wird von meiner Fraktion eingereicht. Wir wollen wissen wie die momentane Situation in Bayern ist und welche Maßnahmen die Staatsregierung ergreift, um langfristig Versorgungssicherheit zu schaffen und die teuren Gas-Abhängigkeiten zu reduzieren. Es braucht Transparenz über die aktuelle Versorgungslage in Bayern und eine klare Strategie, wie die Staatsregierung langfristig Versorgungssicherheit schaffen und kostspielige, klimaschädliche Gasabhängigkeiten konsequent abbauen will”,
erklärt Martin Stümpfig.
„Sowohl Aiwanger als auch Söder haben die Gasspeicherumlage von Habeck in der Vergangenheit scharf angegriffen². Heute unterstützen sie jedoch Katherina Reiche, die mit ihrem Fokus auf Ausbau der Gaskraftwerke, Beschneidung der Förderung umweltfreundlicher Heizungen und Behinderung der erneuerbaren Energien die Erdgasabhängigkeit sogar noch erhöht. Diese Energiepolitik verschärft geopolitische Risiken und treibt die Kosten für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen langfristig in die Höhe. Ein Jahr CSU Mitverantwortung in der Bundesregierung und ein langer Winter genügt, um uns diese kurzsichtige Politik vor Augen zu führen. Eine Gasreserve vom mindestens 20% des deutschen Speichervolumens und zusätzlich eine Händlerverpflichtung von mindestens 10% ihres Handelsvolumens im Speicher vorzuhalten³, muss jetzt eingeführt werden, damit im Winter 26/27 nicht wieder eine Pokerrunde mit ungewissem Ausgang bevorsteht. Wir brauchen jetzt eine klare Strategie zur Absicherung der Versorgungssicherheit und langfristigen Abbau der klimaschädlichen und teuren Erdgasabhängigkeiten”,
so Martin Stümpfig weiter.
³https://fnb-gas.de/news/fnb-gas-hinweispapier-kombinationsmodell-versorgungssicherheit-erdgas/