Energie | Klima
Südquote Windkraft dringend nötig
03. April 2026
Windräder stehen in Warteschlange – Staatsregierung muss handeln
Der Ausbau der Windenergie kommt im Freistaat weiterhin kaum voran. Zwar sind Anträge für neue Windräder dank der Verbesserungen durch den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen, dennoch gibt es weiterhin große Verzögerungen bei der Genehmigung und Bau neuer Anlagen wie eine Anfrage von Martin Stümpfig zeigt. Lediglich ungefähr ein Viertel der seit Anfang 2024 1.099 Anträge für neue Windräder wurden bisher genehmigt. Insgesamt sind lediglich 17 neue Windräder im Jahr 2025 und im ersten Quartal 2026 erst 5 Anlagen in ganz Bayern laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur in Betrieb genommen worden. Und der Ausblick auf die kommenden Jahre ist düster, wenn man auf die Zuschläge in den Ausschreibungen blickt.
In den Jahren 2024 haben 70 Anlagen und 2025 114 Anlagen aus Bayern einen Zuschlag in den bundesweiten Ausschreibungen erhalten. Sie benötigen i.d.R. dann nochmal rund 2 Jahre bis sie in Betrieb gehen. Das bedeutet, dass 2026 rund 70 Anlagen in Betrieb gehen werden und 2027 nochmal 114 Anlagen.
Im Jahr 2019 hat Markus Söder das Ziel ausgerufen bis zum Jahr 2030 1000 neue Anlagen in Betrieb zu nehmen. Davon drehten sich bis Ende 2025 lediglich 130 Stück. Es fehlen also noch 870 Anlagen. Mit den 184 Anlagen, die maximal 2026 und 27 hinzukommen fehlen noch immer knapp 700 und somit 70 %. Anlagen. Für die Zielerreichung bleiben dann nur noch die Jahre 2028 und 2029. Sieht man auf die Ausschreibungen, so zeigt sich ein sehr harter Wettbewerb. Anlagen aus Bayern werden hier das Nachsehen haben, da sie im Schnitt 20 % weniger Strom erzeugen. Ihr volkswirtschaftlicher Nutzen ist aber sehr groß, da sie dort stehen, wo der Strom gebraucht wird und Abregelungen sehr selten sein werden – im Gegensatz zu Anlagen in Norddeutschland, deren Strom einen weiten Weg durch viele Engpässen gehen muss. Die aktuelle Studie der FFE zeigt hier deutlich auf, dass der Minderertrag durch etwas weniger Wind mehr als aufgeholt wird durch die Tatsache, dass sie dort stehen, wo der meiste Strom verbraucht wird.
Was ist jetzt dringend nötig? Seit Jahren liegt die Zuschlagsquote für Bayern als größtes Bundesland prozentual im einstelligen Bereich wie Stümpfigs Anfrage zeigt. Eine Erhöhung der Ausschreibemengen mit einem Fokus auf den Süden Deutschland ist deshalb dringend notwendig. Die im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung angekündigte zusätzliche Ausschreibung von 12 Gigawatt Windenergie müssen daher für den Ausbau der Windkraft im Süden ausgeschrieben werden.
Martin Stümpfig erklärt
„Ich schlage eine Aufteilung auf die Jahre 2027 und 2028 mit jeweils 6 GW vor. Auf diese Südquote dürfen sich nur Anlagen aus Süddeutschland bewerben. Sollte die Ausschreibungsmenge durch eingereichte Projekte aus dem Süden nicht ausgeschöpft werden, werden die restlichen Anteile auf die herkömmliche Ausschreibung für ganz Deutschland aufgeteilt. Vorteile sind, dass im Stromnachfrageschwerpunkt Süddeutschland endlich mehr Anlagen gebaut werden können, die ansonsten in der allgemeinen Ausschreibung keine Chance haben. Der Nachholbedarf ist hier besonders groß, wie der Vergleich mit den Planungen im Netzentwicklungsplan zeigen. Es fehlen im Süden rund 10 GW. Die 12 GW könnten diese Lücke stopfen. Heute haben wir rund 2 GW Windkraftleistung in Bayern, die genehmigt ist und auf einen Zuschlag wartet. Die Staatsregierung muss jetzt nachlegen und ihre Regierungsbeteiligung nutzen. Wir brauchen diese Chance für die Windkraft im Süden“