Energie | Klima
Millionenschwere Verschwendung von Steuergeldern
26. Februar 2026
Martin Stümpfig zum „Alpha“-Projekt
Zur Pressekonferenz des Ministerpräsidenten Markus Söder zum Projekt „Fusionsdemonstrator ALPHA“ sagt Martin Stümpfig, Sprecher für Energie und Klimaschutz der Landtags-Grünen:
"Die Kernfusion ist aus unserer Sicht keine Lösung für die Energiewende. Angesichts begrenzter Mittel und begrenzter Zeit müssen wir andere Prioritäten setzen. Wir müssen vielversprechende Lösungen anschieben, die für die Energiewende jetzt entscheidend sind - beispielsweise Batteriespeicher und die Entwicklung von grünen Wasserstoffkraftwerken.“
“Die heutige Ankündigung von Markus Söder, weitere 400 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt in das „Alpha“-Projekt stecken zu wollen, ist aus unserer Sicht eine Steuerverschwendung sondergleichen. Es sind gewaltige Summen für mehr als zweifelhafte Fusionsprojekte, deren Versprechen seit 70 Jahren nie eingelöst wurden.”
„Die Unterzeichnung des „Memorandum of Understanding“ der Staatsregierung zusammen mit den Unternehmen RWE und Proxima lässt eine bedenkliche Realitätsverweigerung erkennen. Die alte Vision eines Fusionsreaktors zur Stromerzeugung ist eine sündhaft teure Fantasterei. Schon heute steckt alleine der Bund zehn bis 15 Prozent der gesamten Forschungsmittel in die Kernfusion. Von einem tatsächlichen Einsatz sind wir immer noch weit entfernt.“
Die Grünen im Bayerischen Landtag werden diese millionenschwere Verschwendung von Steuergeldern auch bei den kommenden Haushaltsberatungen thematisieren.
Hintergrund:
Die Idee eines Fusionsreaktors geistert seit ca. 70 Jahren durch die Wissenschaft und wurde auch stets hartnäckig mit einer Realisierung in den nächsten 20 Jahren angekündigt. Die Wirklichkeit war und ist eine andere. Das internationale ITER-Projekt wird frühestens 20 Jahre später als geplant fertiggestellt werden. Die Kosten haben sich vervielfacht. Über das Nachfolge-Projekt DEMO ist bisher nichts entschieden. Immer wieder betonen unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die Stromerzeugung aus Fusionsreaktoren in absehbarer Zeit unrealistisch sei. Stellungnahmen des Büros für Technikfolgenabschätzung, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aber auch des Vorsitzenden der Bayerischen Expertenkommission Mission Kernfusion sind diesbezüglich eindeutig.