Demokratie | Gegen Rechts

Steigende Zahl Antimuslimischer Straftaten

06. August 2026

Verdreifachung seit 2022

Aus der Antwort auf eine aktuelle Anfrage der Landtags-Grünen zu antimuslimischen Straf- und Gewalttaten in Bayern geht hervor: 

  • Die Zahl der antimuslimischen Straftaten ist alarmierend hoch: 200 Delikte im Jahr 2025 sind dreimal so viele wie noch 2022. 
  • Antimuslimische Straftaten machen damit rund 10 Prozent der gesamten Hasskriminalität in Bayern aus. 
  • Darunter sind 9 Gewalttaten, überwiegend Körperverletzungsdelikte. 
  • Der Großteil dieser Delikte ist politisch rechts motiviert: mehr als drei Viertel aller antimuslimischen Straftaten (76 Prozent) und zwei Drittel der Gewaltdelikte (6 von 9 Fällen). 

Cemal Bozoğlu, Sprecher für Strategien gegen Rechtsextremismus, erklärt: 

„Dass sich antimuslimische Straftaten innerhalb weniger Jahre verdreifacht haben, ist alarmierend. Mich erschreckt dieser Hass gegen Menschen nur aufgrund ihres Glaubens zutiefst. Solche Taten müssen genauso bekämpft werden, wie jede andere Form der Hasskriminalität. Wer Menschen aufgrund ihres Glaubens angreift, greift damit gleichzeitig die Grundwerte unserer Demokratie an.” 

„Der Großteil der antimuslimischen Straftaten kommt aus dem rechten Milieu. Rassismus gegen Musliminnen und Muslime ist ein zentraler Bestandteil der rechtsextremen Ideologie. Bayern muss dringend bessere Schutzstrukturen schaffen. Dafür braucht es ein Antidiskriminierungsgesetz, eine landesweite Antidiskriminierungsstelle und klare Zuständigkeiten bei Polizei und Justiz.” 

Die Landtags-Grünen fordern daher: 

  • Ein Antidiskriminierungsgesetz für Bayern (hier unser Gesetzentwurf) für besseren Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Religion, Hautfarbe oder Herkunft, 
  • eine landesweite Antidiskriminierungsstelle für Bayern, 
  • eine zivilgesellschaftliche Recherche- und Monitoringstelle zur besseren Erfassung von antimuslimischen Straf- und Gewalttaten (nach dem Vorbild von RIAS im Bereich Antisemitismus), 
  • eigene Ansprechpersonen bei Staatsanwaltschaften und Polizei sowie eine zentrale beauftragte Person der bayerischen Justiz für rassistische und antimuslimische Hassdelikte, und 
  • ein flächendeckendes Netz von Anlauf- und Beratungsstellen für Opfer von rassistischen und antimuslimischen Straf- und Gewalttaten. 

Die Erkenntnisse aus der Anfrage im Detail: 

  • 2025 wurden in Bayern 200 antimuslimische Straftaten registriert. Das ist geringfügig weniger als im vorangegangenen Rekordjahr (2024: 213). Der Trend jedoch zeigt klar nach oben (2023: 171; 2022: 66). 
  • Der Anteil der antimuslimischen Straftaten an allen Delikten im Bereich der Hasskriminalität liegt bei 9,6 Prozent. 
  • 2025 wurden in Bayern neun antimuslimische Gewalttaten registriert (2024: 15; 2023: 13; 2022: 2). Dazu zählen überwiegend Fälle von gefährlicher und einfacher Körperverletzung. 
  • 152 der 200 Delikte (76 Prozent) sind politisch rechts motiviert. Die absolute Zahl der rechts motivierten Taten hat sich damit im Vergleich zu 2022 (56 Delikte) fast verdreifacht. 
  • Auch 6 der 9 Gewaltdelikte (zwei Drittel) sind politisch rechts motiviert. 
  • 2025 gab es 13 antimuslimisch motivierte Angriffe gegen Moscheen oder sonstige religiöse Einrichtungen. Auch hier ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen (2024: 6, 2023: 10; 2022: 2). 
  • Es wurden 133 Tatverdächtige im Zusammenhang mit antimuslimischen Straftaten festgestellt. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich liegt bei 64,5 Prozent.