Bildung | Wissenschaft
Vorfahrt für den Unterricht: Schulen endlich digital fit machen
16. Februar 2026
Enquetekommission Bürokratieabbau
Enquetekommission Bürokratieabbau legt Handlungsempfehlungen zum Bereich Bildung vor – Johannes Becher: „Bayerische Schulen arbeiten bis heute mit drei unterschiedlichen Schulverwaltungsprogrammen, die keinerlei Datenaustausch erlauben. Daten müssen doppelt und dreifach eingepflegt werden: Das ist digitale Steinzeit! Was wir dringend brauchen, sind funktionierende Schnittstellen – am besten kurzfristig eine einheitliche Schüler-ID, die enorme Bürokratie einsparen könnte.“
„Der Schlüssel zu weniger Bürokratie im Bildungsbereich ist wie in so vielen Bereichen eine konsequente Digitalisierung. Viel zu viele Vorgänge laufen da nach wie vor über Papier oder müssen aufwändig vom Papier in eine Software übertragen werden. Dass nach wie vor keine Entscheidung für ein einheitliches Verwaltungsprogramm oder eine digitale Schüler-ID vorliegt, ist wirklich ein Armutszeugnis. Denn die bestehenden Berichts- und Dokumentationspflichten sind nur deshalb so aufwändig, weil keine einheitliche Software verwendet wird“,
erklärt Johannes Becher, Erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied der Enquetekommission Bürokratieabbau.
Die Kommission hat am 12.02.2026 die Handlungsempfehlungen zum Bereich Bildung beschlossen und veröffentlicht. Diese basieren auf intensiven Diskussionen mit externen Expert*innen sowie Berichten der Staatsregierung und wurden mehrheitlich oder einstimmig angenommen.
Johannes Becher erklärt:
„Vor allem die Sprachstandserhebungen in den Grundschulen sind bisher ein bürokratisches Ärgernis, weil auch hier kein Datenaustausch mit den Kindergärten stattfindet und darüber hinaus auch unterschiedliche Standards bei der Erhebung verwendet wurden. Uns freut sehr, dass das Kultusministerium nach den Diskussionen in der Enquetekommission verstanden hat, dass wir hier deutliche Verbesserungen und einen zukünftig möglichst unbürokratischen Prozess erwarten. Schulen brauchen Zeit für Unterricht und nicht für bürokratische Prozesse ohne großen Mehrwert.“
Folgende Punkte aus den Empfehlungen sind den Landtags-Grünen besonders wichtig:
- Eine Schüler-ID soll geprüft werden, kurzfristig sollen Schnittstellen zwischen den Verwaltungsprogrammen etabliert werden (Once-Only-Prinzip).
- Doppelstrukturen bei Sprachstandserhebungen sind zu vermeiden und das Verfahren sollte insgesamt deutlich bürokratieärmer gestaltet werden.
- Ein Datenaustausch zwischen Kindergärten und Grundschulen soll ermöglicht werden.
- Schulleitungen sollen entlastet werden, u. a. durch nur noch anlassbezogene Bewertungen ihres Lehrpersonals.
- Mobile Device Management (Administration der Schülergeräte) soll überall eingeführt werden – außerdem digitale Dashboards mit Echtzeitdaten der Schüler*innen.
Johannes Becher fordert:
„Auch im Bildungsbereich lohnt ein Blick ins Ausland. In Kanada oder Estland wird bereits flächendeckend mit digitalen Dashboards und Echtzeitdaten der Schüler*innen gearbeitet. Hierüber haben Lehrkräfte immer den aktuellen Leistungsstand ihrer Schüler*innen in allen Fächern im Blick und Informationen über den familiären Hintergrund. Das würde ermöglichen, die individuellen Schwächen gezielt anzugehen und Lehrkräfte dort einzusetzen, wo es am effektivsten ist. Dass die beschlossenen Handlungsempfehlungen fast alle einstimmig angenommen wurden, ist ein deutliches Signal dafür, dass die Stoßrichtung, in die wir unseren Bildungsbereich weiterentwickeln müssen, parteiübergreifend getragen wird.“