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Landtags-Grüne mit Gesetzentwurf für modernes Jurastudium

14. April 2026

Bachelorabschluss als Sicherheitsnetz für Juristinnen und Juristen

Durch eine Änderung des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes (BayHIG) soll im Jurastudium ein integrierter Bachelorabschluss (LL.B.) ermöglicht werden. Der Gesetzentwurf der Landtags-Grünen wird am Mittwoch, 15. April 2026, in erster Lesung im Plenum beraten.

Im Detail sieht er vor, dass Studierende, die den universitären Teil ihres Jurastudiums erfolgreich absolvieren, einen anerkannten akademischen Abschluss erhalten, auch wenn sie sich gegen das Staatsexamen entscheiden oder es nicht bestehen.* 

Der Bachelorabschluss ergänzt damit das Staatsexamen, ohne es zu ersetzen: Es bleibt Voraussetzung für eine Tätigkeit als Volljurist*in. Die Gesetzänderung erleichtert jedoch den Einstieg in alternative Karrierewege, etwa in der öffentlichen Verwaltung oder der Wirtschaft. Das reduziert den Druck auf die Studierenden und beendet das bisher geltende Alles-oder-Nichts-Prinzip im Jurastudium.

Toni Schuberl, Sprecher für Recht:

„Das Staatsexamen entscheidet bisher über alles oder nichts und setzt Studierende unter enormen, oft ungesunden Leistungsdruck. Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass Studierende nach sechs Jahren harter Arbeit mit leeren Händen dastehen.“

Verena Osgyan, Sprecherin für Wissenschaft: 

„Der integrierte Bachelor ist ein Sicherheitsnetz: Er sorgt dafür, dass gut ausgebildete Juristinnen und Juristen nicht ohne Abschluss in den Arbeitsmarkt starten müssen. Während alle anderen Bundesländer längst handeln, hält die Staatsregierung an einem überholten System fest. Das können wir uns im Wettbewerb um kluge Köpfe nicht leisten.“

In allen anderen Bundesländern gibt es bereits entsprechende Regelungen. Bayern droht, den Anschluss zu verlieren und an Attraktivität für Studierende einzubüßen. 

*Hintergrund: 

Das Jurastudium zählt zu den längsten und anspruchsvollsten Studiengängen in Deutschland. Am Ende steht das Erste Staatsexamen – eine Prüfung, die für viele Studierende zur entscheidenden Hürde wird. Mehr als jede*r Vierte besteht sie nicht. Trotz durchschnittlich über sechs Jahren intensiven Studiums stehen damit viele ohne formalen Abschluss da. 

Der integrierte Bachelor wird auf Basis der Prüfungsleistungen aus dem Studium verliehen: Wer alle universitären Prüfungen besteht, soll dafür künftig einen formalen akademischen Abschluss bekommen.