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Landtags-Grüne fordern kostenloses Mittagessen an Startchancenschulen

17. Juni 2026

"Kein Kind lernt gut mit knurrendem Magen"

Ein leeres Portemonnaie darf nicht darüber entscheiden, ob ein Kind mittags gesund isst. Deshalb bringen die Landtags-Grünen am Donnerstag, 18.06., ihren Antrag „Beitragsfreies, gesundes und nachhaltiges Mittagessen an Startchancenschulen – Pilotphase jetzt starten!“ in den Bildungsausschuss ein. 

Die Idee: Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen alle bayerischen Schulen im Startchancen-Programm ein kostenfreies Mittagessen für Kinder erhalten, die den Ganztag besuchen. Die Pilotphase soll zeigen, wie Bayern den Weg zu einem guten Mittagessen für alle Kinder an Grund- und Förderschulen schaffen kann. 

Laura Weber, Sprecherin für Verbraucherschutz der Landtags-Grünen, sagt: 

„Kein Kind lernt gut mit knurrendem Magen. Gutes Essen gehört genauso zur Bildung wie Mathe und Lesen. Wer gleiche Chancen für alle Kinder will, muss dafür sorgen, dass jedes Kind mittags gesund essen kann – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.“ 

Die Landtags-Grünen fordern: 

  • eine Pilotphase an allen bayerischen Startchancenschulen ab dem Schuljahr 2026/2027 
  • Langfristig ein beitragsfreies Mittagessen für alle Kinder im Ganztag 
  • verbindliche Qualitätsstandards nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 
  • einen hohen Anteil an ökologischen und regionalen Lebensmitteln 
  • eine wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Pilotphase 
  • mehr Mitbestimmung für Kinder bei Speiseplänen und Mensaangeboten

Die Startchancenschulen richten sich gezielt an Kinder, die es im Leben oft schwerer haben. Gerade dort kann ein gesundes Mittagessen den Unterschied machen: für die Gesundheit, für den Lernerfolg und für mehr Chancengerechtigkeit. 

Laura Weber

„Andere Länder* zeigen längst, dass es funktioniert. Jetzt kann Bayern zeigen, dass bei uns gute Bildung nicht an der Mensa-Tür endet. Ein gesundes Mittagessen ist kein Extra. Es ist die Grundlage dafür, dass Kinder gut durch den Schultag kommen.“ 

Hinweise:  

*In Baden-Württemberg steht das kostenlose Mittagessen im Koalitionsvertrag: “Beginnend an Grundschulen im SCP (Startchancen-Programm) im Ganztag finanzieren wir ein kostenfreies Mittagessen in der vorhandenen Infrastruktur.” https://www.gruene-bw.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-2031_Koalitionsvertrag_GrueneBW_CDUBW.pdf 

Schweden hat das kostenfreie Mittagessen für alle Kinder im Schulgesetz verankert und stellt sicher, dass die Qualität flächendeckend gewährleistet wird. Finanziert aus Steuergeldern, hat das Modell messbare positive Langzeiteffekte erzeugt: ein um rund 3 Prozent höheres Lebenseinkommen der Betroffenen, ein gesteigertes Bildungsniveau sowie eine verbesserte Gesundheit. (https://www.gemeinsamgutessen.de/schulessen/international/schweden-hat-lange-schulverpflegungstradition)

Brasilien setzt beim staatlichen Schulverpflegungsprogramm auf dezentrale Organisation bei gleichzeitig verpflichtendem Monitoring. Die Ergebnisse sprechen für sich: Verringerung der Ernährungsunsicherheit, Verbesserung der Gesundheit, Entwicklung gesunder Ernährungsgewohnheiten, verbesserte schulische Leistungen sowie eine spürbare Stärkung der regionalen Landwirtschaft durch bevorzugten Einkauf bei lokalen Erzeugerinnen und Erzeugern. (https://www.gemeinsamgutessen.de/service/aktuelles/schulessen-in-brasilien-kostenlos-fuer-40-millionen-kinder)

Die im Grünen-Antrag geforderte Pilotphase ist die erste Stufe eines umfassenderen Konzepts der Landtags-Grünen für ein beitragsfreies, gesundes und nachhaltiges Mittagessen an Bayerns Grund- und Förderschulen. 

Weitere Informationen auch hier: 

https://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/verbraucherschutz-tierschutz/gutes-schulessen-fuer-alle-kinder/