Bau | Wohnen | Denkmalschutz
Zukunft der Kirchennutzung
16. März 2026
Sabine Weigand fordert Verantwortung über Kirchen
Zu den Berichten über die Zukunft von Kirchengebäuden in Bayern erklärt Sabine Weigand, denkmalpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen:
“Es rollt ein Tsunami auf uns zu: Bis 2035 werden die katholische und die evangelische Kirche voraussichtlich rund die Hälfte ihrer Immobilien aufgeben müssen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass etwa ein Drittel der Kirchen künftig kein Geld mehr von den Landeskirchen bekommt – weder für Sanierung noch für den laufenden Erhalt. Ohne neue Nutzung drohen vielen Gebäuden Verfall oder Verkauf – und damit der Verlust wichtiger Orte für unsere Gemeinden. Kirchen können aber auch künftig wichtige Orte für die Menschen bleiben, etwa als Kindergärten, soziale Zentren, für kulturelle Veranstaltungen oder als Gemeindezentrum.
Die Kommunen stehen dabei oft vor großen Problemen. Sie sollen Kirchen übernehmen, wissen aber nicht, wie sie Sanierungen finanzieren oder tragfähige Nutzungskonzepte entwickeln sollen. Der Freistaat muss sie in diesem Prozess stärker unterstützen, fachlich wie finanziell. Dazu gehört auch, Pilotprojekte für gelungene Umnutzungen zu fördern und sichtbar zu machen, damit andere davon lernen können.
Weil rund 85 Prozent der Kirchen unter Denkmalschutz stehen, braucht es klare Leitlinien für Sanierung und Umnutzung. Diese dürfen nicht hinter verschlossenen Türen entstehen. An einen runden Tisch gehören neben Kirchen und Denkmalpflege auch Kommunen, Wissenschaft, Architektur und zivilgesellschaftliche Initiativen. Die Zukunft unserer Kirchen geht uns alle an.“