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Warm statt arm
19. Oktober 2026
Landtags-Grüne machen bezahlbares Heizen zum Thema im Landtag
Der Winter steht vor der Tür, die Heizkosten steigen und Bayern trifft das besonders hart: Bei uns wird noch immer rund jedes dritte Wohngebäude mit Öl beheizt – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Im September war Heizöl in Bayern 66,5 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.
Doch es gibt Wege, wie Heizen für alle Menschen bezahlbar bleibt und Bayern unabhängiger von Öl und Gas wird. Die Landtags-Grünen machen das am Dienstag, 20. Oktober, in ihrer Aktuellen Stunde „Warm statt arm – Kostenschock beim Heizen und Wohnen stoppen!“ zum Thema im Bayerischen Landtag.
Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen:
„Seit über 50 Jahren erleben wir eine Ölkrise nach der anderen. Und jedes Mal zahlen die Menschen drauf. Dabei haben wir heute etwas, das es in den Siebzigern noch nicht gab: saubere Energie und moderne Heiztechnik, mit denen wir uns aus dieser Abhängigkeit befreien können. Die Menschen in Bayern haben das verstanden. Sie wollen Wärmepumpen, Solarenergie und bezahlbare Wärme. Aber während viele schon in die Zukunft investieren, legt Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche der Energiewende mit ihrem geplanten Gesetz gezielt Steine in den Weg. Und Markus Söder lässt sie gewähren und kettet Bayern damit weiter an Öl und Gas.
Wir wollen, dass alle Menschen im Freistaat weder frieren noch Angst vor der nächsten Heizkostenrechnung haben müssen. Dafür müssen wir raus aus der teuren Abhängigkeit von Öl und Gas und rein in die saubere Wärmezukunft. Es braucht Lösungen für die, die sich den Umstieg im Eigenheim nur schwer leisten können, und für die, die zur Miete wohnen und ihre Heizung nicht einfach selbst austauschen können. Das ist die Aufgabe – nicht, Politik aus dem letzten Jahrhundert zu machen. Die Menschen in Bayern sind bei der Wärmewende längst weiter als die Staatsregierung.“
In keinem anderen Bundesland werden mehr Anträge zur Gebäudemodernisierung gestellt als in Bayern, die Hälfte davon betrifft den Heizungstausch. Über 100.000 erneuerbare Heizungen sind bereits mit Bundesförderung eingebaut worden und rund 1,5 Milliarden Euro Fördergelder sind in den Freistaat geflossen. Gleichzeitig bremst die Union den Umstieg auf saubere Wärme aus und kürzt die Förderung.
Martin Stümpfig, Sprecher für Energie der Landtags-Grünen:
„Bayerische Familien und Betriebe zahlen einen hohen Preis für unsere Abhängigkeit von Öl und Gas. Der Gaspreis im Großhandel ist seit Jahresbeginn zeitweise auf fast das Dreifache gestiegen. Gerade Bayern als starker Wirtschaftsstandort braucht bezahlbare und verlässliche Energie. Jeder Euro, den wir nicht mehr für teures Öl und Gas ausgeben müssen, bleibt bei unseren Familien und Unternehmen. Deshalb müssen wir endlich mehr Energie hier bei uns erzeugen und unsere Wärmenetze ausbauen, statt weiter von fossilen Importen abhängig zu bleiben. Die Staatsregierung muss endlich die Zeichen der Zeit erkennen, günstige Wärme fördern und Wärmepumpen, Wärmenetze und Geothermie tatkräftig unterstützen.“
Die Landtags-Grünen fordern einen echten Schub für bezahlbare, saubere Wärme in Bayern: Bis 2040 sollen zwei Millionen Wärmepumpen in bayerischen Wohnhäusern heizen. Mit einer Taskforce für Großwärmepumpen und Wärmenetze sollen Nah- und Fernwärme, Geothermie und die Nutzung industrieller Abwärme schneller ausgebaut werden. Zudem fordern die Landtags-Grünen, dass Bayern Förderkürzungen des Bundes bei Wärmenetzen ausgleicht und die Kommunen nicht alleinlässt. Damit moderne, bezahlbare Wärme nicht nur im Eigenheim, sondern auch in Mietwohnungen ankommt.