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Landtagsgrüne fordern Bayern-Bausparer

12. Januar 2026

Zentrale Immobilien in staatlicher Hand behalten

Weil die eigenen vier Wände kein Luxusgut sein sollten, fordern die Landtags-Grünen einen „Bayern-Bausparer“.

Darum geht’s: 

Die Landtags-Grünen wollen nicht länger hinnehmen, dass sich in Bayern viele Menschen ein eigenes Zuhause wünschen, es sich aber nicht leisten können. Deshalb fordern sie den „Bayern-Bausparer“, der Nerven und Tausende Euro spart. Insbesondere Familien mit geringem und mittlerem Einkommen soll damit der Schritt ins Eigenheim deutlich erleichtert werden. 

So funktioniert’s:

Der „Bayern-Bausparer“ ist ein zentrales, digitales Förderkonto, das alle Komponenten der Wohnbauförderung (von Land, Bund sowie KfW und BAFA) bündelt und Antragsprozesse vereinfacht. Wer also ein Haus bauen, eine Wohnung kaufen oder energetisch sanieren will, soll künftig alle verfügbaren Fördermittel automatisch prüfen und erhalten können – mit nur einer einzigen Antragstellung. Zuständig wäre die landeseigene Förderbank BayernLabo, die schon heute zinsgünstige Kredite für den Wohnungsbau vergibt, verschiedene Programme von Land, Bund und weiteren Förderinstituten bislang aber nicht zusammenführt. 

Was wir zudem fordern: 

  • Wir streichen die Grunderwerbsteuer für das erste, selbst genutzte Eigenheim.
  • Wir wollen staatliche Bürgschaften als Eigenkapitalersatz für selbst genutzte Eigenheime.
  • Wir wollen mehr Wohnungen statt mehr Wohngeld: Bund und Länder haben in diesem Jahr fast fünf Milliarden Euro Wohngeld ausgezahlt – dabei entsteht aber kein Quadratmeter neuer Wohnraum. Statt immer mehr Wohngeld-Ausgaben müssen deshalb künftig mehr Mittel in den Neubau von bezahlbaren Wohnungen in öffentlicher Hand fließen.
  • Wir verlängern die Bindungsfristen für Sozialwohnungen: Jedes Jahr fallen in Bayern 3000 Sozialwohnungen aus der Bindung. Selbst in guten Jahren konnte das Gleichgewicht zwischen Neubau und Wegfall nur knapp gehalten werden. 

Statements: 

Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende: 

„Mit unserem Bayern-Bausparer ermöglichen wir Familien mit geringem und mittlerem Einkommen ihren Traum vom Eigenheim. Es darf nicht länger sein, dass Menschen in Bayern die eigenen vier Wände verwehrt bleiben, weil Häuser und Wohnungen uferlos teuer und Förderanträge unnötig kompliziert sind. Unser Bausparer löst beide Probleme in einem Zug – und lässt Familien wieder Luft zum Leben.“ 

Jürgen Mistol, Sprecher für Wohnen der Landtags-Grünen: 

„Der Staat hat längst viele gute Förderinstrumente, aber sie greifen oft nicht ineinander. Stattdessen müssen sich Bürgerinnen und Bürger durch ein Dickicht aus Formularen und Programmen kämpfen. Unser Bayern-Bausparer bündelt die Förderungen und sorgt dafür, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.“ 

Hintergrund zum Bausparer: 

Der Traum vom eigenen Zuhause wird für viele Menschen in Bayern immer schwerer zu erreichen. Die Preise für Grundstücke und Neubauten steigen, während bürokratische Förderverfahren viele abschrecken. Mit dem „Bayern-Bausparer“ können alle Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Antragstellende würden künftig auf einen Blick sehen, welche Zuschüsse, zinsverbilligten Darlehen oder Kinderförderungen ihnen zustehen. Komplizierte Parallelverfahren und Mehrfachanträge würden entfallen. Auch energetische Verbesserungen ließen sich direkt integrieren, sodass klimafreundlicher Neubau und Wohneigentum leichter zusammengehen. Und allem voran können die Menschen richtig viel Geld sparen

Was bedeutet das konkret?

Durch eine sinnvolle Kombination der Förderungen von BayernLabo und KfW ergibt sich oft eine Gesamtersparnis von mehreren zehntausend Euro beim Erwerb eines Eigenheims: 

  1. Junge Familien können in Bayern Förderungen für den Eigenheimbau erhalten, die Kinderzuschüsse und KfW-Energieeffizienzförderungen umfassen. Pro Kind gibt es im Rahmen der Eigenwohnraumförderung des Freistaats einen Zuschuss von etwa 5.000 bis 7.500 Euro. Die Gesamthöhe der Kombinationsförderungen aus Kinderzuschuss und regionalen Programmen liegt meist im mittleren fünfstelligen Bereich.
  2. KfW-Tilgungszuschüsse für Kredite zum energieeffizienten Neubau oder zur Sanierung betragen derzeit je nach Effizienzhausstandard 5 Prozent bis 25 Prozent der Kreditsumme mit Maximalbeträgen von bis zu 30.000 Euro (z. B. 20 Prozent beim Effizienzhaus 40). Für einige Effizienzhausvarianten sind direkte Zuschüsse von bis zu 24.000 Euro möglich.
  3. Die BayernLabo stellt zinsverbilligte Darlehen bereit, die bis zu etwa ein Drittel der förderfähigen Kosten abdecken können. Die Zinssätze liegen aktuell meist zwischen ca. 0,5 Prozent und je nach Marktniveau etwa 1,75 Prozent für Laufzeiten von 10 bis 15 Jahren. Diese vergünstigten Darlehen senken die Finanzierungskosten gegenüber marktüblichen Bankkrediten deutlich. 

Beispielrechnungen: 

Typischerweise sinkt die monatliche Rate bei einer Kombination von KfW-Förderung und BayernLabo-Darlehen auf etwa 1.500 bis 1.700 Euro, während eine konventionelle Finanzierung ohne Förderungen häufig Raten von 1.800 bis 2.000 Euro ausmacht. Diese Ersparnis ergibt sich durch zinsverbilligte Darlehen und Tilgungszuschüsse, die sich kumulativ deutlich auswirken. 

  1. Der effektive Gesamtpreis für das Haus kann sich durch die Kombination aus direkten Zuschüssen, Tilgungszuschüssen und zinsgünstigen Darlehen der KfW und BayernLabo um ungefähr 10 bis 15% der Gesamtkosten reduzieren. Eine Reduktion von 20 Prozent ist eher die Ausnahme und abhängig vom genauen Fördermodell und der familiären Situation.
  2. Diese Zahlen spiegeln aktuelle Konditionen und Förderhöhen wider und basieren auf einer zinsgünstigen Kreditfinanzierung durch die BayernLabo (bis zu einem Drittel der Kosten mit Zinssätzen ab ca. 0,5 Prozent) und KfW-Förderungen für Effizienzhausstandards mit Tilgungszuschüssen bis zu rund 20 Prozent der Kreditsumme. 

Hintergrund zum Wohngeld: 

Bund und Länder haben 2025 fast fünf Milliarden Euro Wohngeld ausgezahlt. Das sind notwendige Zahlungen, damit sich Menschen mit geringeren Einkommen (zu teure) Wohnungen leisten können. Es entsteht dabei aber kein Quadratmeter neuer Wohnraum. Mit dem Jahresbudget Wohngeld könnten rein rechnerisch fast 19.000 Wohnungen jährlich gebaut werden. Um die Wohnungsnot wirksam zu bekämpfen, nachhaltig mehr günstigen Wohnraum zu schaffen und Mietpreise zu senken, braucht es künftig mehr Sozialwohnungen statt Sozialleistungen. 

Weitere Informationen: „Wohnen in Bayern darf kein Luxus sein“ | Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Bayern