Wirtschaft und Arbeit

Gleicher Job, gleiche Kohle!

Verena Osgyan zum Equal Pay Day am 20. März: Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern endlich beenden. "Gleicher Job, gleiche Kohle", fordert unsere gleichstellungspolitische Sprecherin. Rein rechnerisch müssten Frauen in Deutschland bis zum 20. März des Folgejahres arbeiten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt eines Mannes zu kommen. "Es gibt keinen Grund, Männer und Frauen nicht gleich zu bezahlen."


Europaweit liegt Deutschland mit aktuell 21,6 Prozent Verdienstunterschied auf einem der letzten Ränge, Bayern ist mit 25 Prozent noch schlechter. Selbst bei genau gleichen Tätigkeiten gibt es einen satten Lohnunterschied von acht Prozent. "Mit Freiwilligkeit hat sich jahrzehntelang nichts bewegt", so Verena Osgyan. "Wir müssen das Problem endlich angehen und das Entgeltgleichheitsgesetz beschließen: Frauen verdienen mehr."

Die Ursachen der unterschiedlichen Bezahlung sind vielfältig. Zum einen gibt es mehr Frauen in befristeten Beschäftigungen, die zudem auch weniger verdienen und stärker von Arbeitslosigkeit bedroht sind. "Gleichzeitig arbeiten sehr viele Frauen in Teilzeit. Dies darf aber nicht zur Dauerlösung werden, eine mangelhafte Altersabsicherung ist die Folge", so Verena Osgyan. "Wir brauchen mehr Ganztagsplätze an Schulen und Kindertagesstätten, damit Väter wie Mütter die Möglichkeit haben, länger zu arbeiten und nicht in diese Teilzeitfalle reinzufallen."

Grundsätzlich werden sogenannte Frauenberufe – Erzieherinnen beispielsweise – schlechter bezahlt. Deshalb ist neben einer Aufwertung dieser Berufe auch eine geschlechtergerechte Berufsberatung nötig. "Die Berufs- und Studienplatzwahl von jungen Frauen und Männern ist immer noch zu stark von traditionellen Rollenbildern geprägt."